Kommentar Dieter Keller zur Preispolitik der Deutschen Bahn

Tickets mit Zukunft

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Bahnfahren kann reichlich teuer, aber auch ziemlich günstig sein. Beispielsweise kostet ein reguläres Ticket von Ulm nach Berlin 150 Euro. Einfache Fahrt, wohlgemerkt. Es ist aber auch für weniger als 20 Euro zu haben, zu günstigen Zeiten und mit langen Vorbuchungsfristen. Ab August verspricht die Deutsche Bahn dauerhaft mehr Schnäppchenpreise. Das ist schön für alle, die flexibel sind und früh buchen.

Der Staatskonzern hat Zeit gebraucht, um auf die verstärkte Konkurrenz von Fernbussen und Billigfluglinien zu reagieren. Inzwischen orientiert er sich an deren Preismodellen und bietet jede Menge günstiger Angebote. Glücklicherweise sind sie übersichtlicher. Wochenendpendler dürfte ärgern, dass es sie kaum am Freitagnachmittag gibt. Aber es wäre ökonomisch unsinnig, dann viele Billigtickets anzubieten, wenn die Züge sowieso voll sind.

Bei einem ist die Bahn der Konkurrenz voraus: der Verknüpfung mit dem Nahverkehr. Künftig sind bei den meisten Fernverkehrstickets die Anschlussfahrten eingeschlossen – ein kleiner, aber wichtiger Fortschritt, den die Besitzer von Bahncards bisher schon genießen konnten. In manchen Großstädten ist das Gebiet, in dem dies gilt, zu klein. Aber das sind Details, die sich ändern lassen. Die Bahn muss solche Vorteile ausbauen, um noch mehr Fahrgäste in die Züge zu locken.
© Südwest Presse 29.05.2018 07:45
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