Betrieb bei TAWA wird weitergeführt

Insolvenz Ursache strittig: Hat Personaldienstleister zu wenig Beiträge an den Sozialversicherungsträger abgeführt?

Schwäbisch Gmünd. Das Gesetz ist im Insolvenzfall streng. Auch bei drohender Zahlungsunfähigkeit müssen Geschäftsführer den Gang zum Insolvenzgericht antreten, um strafrechtliche Folgen zu vermeiden. Deshalb stellte Geschäftsführerin Gertrud Wahl vorsorglich für die TAWA Personaldienstleistungen GmbH in Schwäbisch Gmünd Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens, dem das Amtsgericht Aalen stattgab. Der bestellte Insolvenzverwalter Dr. Helmut Eisner führt den Betrieb weiter und ist zuversichtlich, die Arbeitsplätze der 30 Beschäftigten von TAWA zu retten. Die Ursache der Insolvenz sei umstritten und dem gängigen System bei Personaldienstleisters geschuldet, sagte der Rechtsanwalt aus Lauda. So habe TAWA die Sozialversicherungsbeiträge der Mitarbeiter entsprechend dem ausbezahlten Stundenlohn abgeführt. Dies sei korrekt, wenn der Beschäftigte keiner Gewerkschaft oder der Arbeitgeber keinem Verband angehöre. Ansonsten würden sich die Beiträge aus dem tariflichen Ecklohn errechnen. TAWA ist nicht mehr Mitglied eines Arbeitgeberverbandes, dennoch steht der Geschäftsführerin eine „erhebliche“ Nachzahlungsforderung ins Haus. Dagegen seien Rechtsmittel eingelegt worden, sagte Eisner, eine Entscheidung stehe noch aus. Das operative Geschäft des Personaldienstleisters laufe gut.

© Wirtschaft Regional 04.05.2018 19:47
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