Kampa expandiert nach Italien

Baubranche Der Fertighausbauer Kampa eröffnet eine neue Niederlassung in Südtirol. Das Unternehmen will von einem europaweiten Trend profitieren. Schon 2017 stimmten die Zahlen.
  • Josef Haas
  • Eröffnung des neuen Kampa-Standorts in Meran. Fotos: Kampa

Aalen/Meran

Die Sonne scheint in Südtirol ohnehin ein bisschen häufiger als im heimischen Waldhausen bei Aalen. Doch das schöne Wetter – auch zur Eröffnung des neuen Standorts ist es dem Unternehmen hold – ist natürlich nicht der Grund, warum der Fertighausbauer Kampa in den italienischen Markt expandiert. „Italien, vor allem der Norden, ist ein attraktiver Markt mit hohem Anspruch an Architekturqualität, Raumgestaltung und Komfort“, erklärt Kampa-Chef Josef Haas. „In diesem Anforderungsprofil fühlen wir uns sehr wohl.“

Ganz neu ist der Markt für Kampa jedoch nicht. Bereits seit fast 20 Jahren pflegte man eine enge Geschäftsbeziehung zum Unternehmen „Haus Idea“ in Meran, an die die Produktionsgesellschaft von Kampa mit Sitz in Bad Saulgau Wand-, Decken- und Dachelemente lieferte. „So haben wir den italienischen Markt und dessen spezifische Anforderungen bereits gut kennengelernt“, so Haas. Als sich nun die Möglichkeit bot, das italienische Unternehmen zu kaufen, griffen die Waldhäuser zu, gründeten 2017 die Tochterfirma „Kampa ITA“ und übernahmen sowohl Management als auch Mitarbeiter vollzählig, „um den Geschäftsbetrieb reibungslos fortzuführen“, wie Haas erklärt. Nun haben die Waldhäuser rund 1,2 Millionen Euro in ihr Meraner „Innovationszentrum“ mitsamt drei Musterhäusern und eines Bad- und Küchenstudios investiert. Aktuell beschäftigt das Unternehmen dort ein Dutzend Mitarbeiter in Planung und Baulogistik, wie Haas erklärt.

„Wir denken europäisch“

Italien ist für Kampa ein weiterer Schritt in Richtung europäischer Expansion. „Wir denken und arbeiten als europäisches Unternehmen“, erläutert Haas. In Österreich ist die Firma mit einer eigenen Gesellschaft und drei Kompetenzzentren für Planung, Bemusterung und Baulogistik vertreten. Auch in Ungarn gibt es eine Tochterfirma. Zudem ist Kampa mit Vertriebsstützpunkten in Polen und den Benelux-Staaten präsent. „Wir verstehen unsere Nachbarländer nicht als ‚Export’, sondern erbringen in den Ländern jeweils umfangreiche Wertschöpfung“, betont Haas. Zudem arbeite Kampa länderübergreifend. Beispielsweise erstellten Ingenieure und Techniker im ungarischen Sopron die Werkplanungen und Statiken für Bauvorhaben, welche Kampa in Österreich ausführen würde, erklärt der Geschäftsführer.

Italien ist für uns ein attraktiver Markt.

Josef Haas
Kampa-Chef

Mit dieser Strategie sind die Waldhäuser weiter auf Wachstumskurs. Im vergangenen Geschäftsjahr 2016/17 habe das Unternehmen einen Umsatz von rund 96 Millionen Euro erzielt. Das operative Ergebnis lag bei 3,35 Millionen Euro, wie Haas erklärt. In der gesamten Gruppe beschäftigt das Unternehmen rund 420 Mitarbeiter, davon 85 in Waldhausen.

Gesetzliche Vorgaben kommen Kampa entgegen

Haas ist zuversichtlich, dass Kampa weiter wachsen wird. Dabei will das Unternehmen auch von neuen gesetzlichen Vorgaben und Regelungen profitieren. „Die verbindliche Europäische Gebäuderichtlinie verlangt, dass ab Dezember 2020 europaweit alle Neubauten sogenannte ‚Fast-Null-Energiegebäude’ sein müssen, die ihren verbleibenden, geringen Energiebedarf aus erneuerbaren Quellen, möglichst dezentral erzeugt, decken müssen“, erklärt Haas und fügt an: „Diese Eigenschaft haben unsere Häuser bereits seit Jahren serienmäßig.“

Auch am Stammsitz in Waldhausen, dem sogenannten K8, tut sich einiges. Das eigene Küchenstudio sei ein voller Erfolg gewesen. „Fast 60 Prozent aller Häuser statten wir auch mit einer Küche aus“, erläutert Haas. Deshalb geht das Unternehmen nun einen Schritt weiter. Kampa will nun komplette Innenausstattungen, vom Einbauschranksystem bis zum kompletten Esszimmer und Wohnzimmer, anbieten. „Dazu haben wir die Ausstellung auf 3500 Quadratmetern im K8 ganz neu gestaltet.“ Damit man auch im Heimatmarkt die Voraussetzungen für weiteres Wachstum hat.

© Wirtschaft Regional 01.05.2018 19:58
2913 Leser
Ist dieser Artikel lesenswert?