Via App gesundheitsbewusst essen

Start-up Regional Die Gründer der Feasy GmbH wollen in einer Kooperation mit dem Restaurant Ostertag durchstarten. Hinter ihnen liegt ein steiniger Weg. Warum sie dennoch an ihrer Idee festhielten.
  • Von links: Peter Stützel, Markus Ehinger, Alexander Abele, Joachim Klutz, Sven Jooss, Holger Held. Foto: opo

Aalen

Um an sein Ziel zu kommen, muss man hartnäckig und beständig bleiben. Das kennen Sven Jooss und Alexander Abele nicht nur aus ihrer Zeit als American Football-Spieler. Die beiden Gründer und EXIST-Stipendiaten stehen nach zwei Jahren harter Arbeit kurz vor der Markteinführung ihrer Geschäftsidee. Mit Peter Stützel, Markus Ehinger und Joachim Klutz als Partner an ihrer Seite wollen sie Ende des Jahres mit der Firma „feasy“ in Kooperation mit dem Restaurant Ostertag in Aalen durchstarten. Die Idee hinter dem Start-up: In der Startphase werden regionale Firmenkunden mit gesunden, vollwertigen und individuell konfigurierbaren Gerichten beliefert.

Seit zehn Jahren kennen sich Sven Jooss und Alexander Abele – sieben davon als Team-Kollegen in einer American Football-Mannschaft. Sport und gesunde Ernährung waren ein wichtiges Thema für die beiden: „Nach dem Training hatte ich abends oft keine Lust zu kochen, wollte mich aber trotzdem gesund ernähren“, erinnert sich Abele. Jooss klagte über dasselbe Problem. Daraufhin fingen sie vor zwei Jahren an, ernsthaft zu recherchieren und stellten fest: Es gab bis dato für konsequent fitnessgerechte und individualisierbare Gerichte kein passendes Gastronomie-Konzept. „Dann entwickeln wir selbst eins“, beschlossen sie und entwarfen das Geschäftsmodell der feasy GmbH, einer Systemgastronomie mit ausschließlich gesundheitsbewussten Speisen.

Im Oktober 2016 erhielten Gründer das EXIST-Gründerstipendium des Ministeriums für Wirtschaft und Energie und des europäischen Sozialfonds. „Das machte uns zu Gründern in Vollzeit“, erzählt Abele. Etwa drei Monate vor Ende des Stipendiums mussten die Gründer einsehen: Die Finanzierung wird so nicht funktionieren. „Wir waren aber immer noch der festen Überzeugung, dass es einen Bedarf und eine Zielgruppe für unser Konzept gibt und niemand bisher eine vergleichbare Lösung anbietet“, betont Jooss.

Eine einmalige Chance

Die Chemie hat sofort gestimmt.

Alexander Abele
Gründer der „feasy Gmbh“

Die beiden 26-Jährigen waren sich einig: Der Weg zur gesundheitsbewussten Systemgastronomie führt über einen Lieferdienst mit To-go-Konzept. „So bleiben die Alleinstellungsmerkmale erhalten, der Investitionsbedarf wird deutlich verringert“, erklärt Jooss. Über eine leicht zu bedienende, speziell entwickelte App können die Kunden Gerichte individuell konfigurieren. Im ersten Schritt werden davon die Mitarbeiter regionaler Unternehmen profitieren.

Ende 2017 bot sich den Gründern eine große Chance: „Wir haben uns zu einer gemeinsamen Veranstaltung der Hochschule Aalen, dem Lions Club Aalen und dem Innovationszentrum angemeldet“, so Abele. „Die Höhle der Lions“ hieß der von Dr. Holger Held, Professor für Existenzgründung, sowie der Gründungsinitiative „stAArt-UP!de“ der Hochschule organisierte Abend. Vier Start-ups aus dem INNO-Z präsentierten sich vor potenziellen Investoren und warben für ihre Geschäftsidee.

Jooss und Abele wurden nach ihrer Präsentation von der SEK Event & Gastro GmbH kontaktiert. Diese besteht aus den drei Partnern Peter Stützel, Markus Ehinger und Joachim Klutz. Sie betreibt ab Ende des Jahres den gastronomischen Bereich mit Restaurant, Events und Tagungsräumen des S.A.F.E.-Motodroms, das auf dem ehemaligen Ostertag-Areal in Aalen entsteht. „Sie fanden unser Konzept gut und wollten uns näher kennenlernen. Die Gespräche liefen hervorragend – die Chemie habe sofort gestimmt“, so Abele. Schnell sei man sich einig geworden und gründete die feasy GmbH. Die Aufgabenverteilung: „Wir liefern das Konzept und kümmern uns um Vertrieb und Marketing“, erläutert Jooss. Das Restaurant Ostertag setzt die Produktion um, stellt die Gerichte her und übernimmt die Auslieferung. „Es wird ausgewogene Gerichte mit veganen Optionen in drei Varianten geben“, so Klutz. Das Angebot wird durch Smoothies, Salate und gesunde Snacks abgerundet. Künftig können Bestellungen über eine App konfiguriert werden. Die Umsetzung ist für Ende 2018 geplant.

Im ersten Schritt werden die Gerichte an Firmen geliefert, die Wert auf ein betriebliches Gesundheitsmanagement legen, aber keine eigene Kantine besitzen. Im zweiten Schritt wird der Lieferdienst für Endkunden geöffnet. „Wir wollen mittelfristig in der Region bleiben“, betont Abele. „Ohne den Austausch mit anderen Gründern im INNO-Z und ohne die Nähe zur Hochschule, insbesondere zu Mentor Prof. Dr. Ingo Scheuermann, wäre das alles nie möglich gewesen“, so Jooss. „Wir haben noch viel vor und wollen anderen mit auf den Weg geben: Gebt in schwierigen Situationen nicht auf, glaubt an eure Ziele, seid flexibel genug, um alternative Pfade einzuschlagen. Dann wird eine Vision zur Realität.“

© Wirtschaft Regional 26.04.2018 18:51
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