Rezepte für den Erfolg in der Zukunft

UnternehmerWissen Prof. Dr. Markus Hengstschläger servierte beim Forum der Kreissparkasse Ostalb die wichtigsten Zutaten dafür: Individualität, Kreativität, Motivation und Teamfähigkeit.
  • Begrüßte 400 Gäste: Vorstandschef Andreas Götz.
  • Im Foyer der Stadthalle in Aalen: Anregende Gespräche.
  • Veranstaltungsreihe „UnternehmerWissen“ der Kreissparkasse Ostalb in der Stadthalle Aalen. Prof. Dr. Markus Hengstschläger zog charmant die 400 Gäste in seinen Bann. Alle Fotos: Peter Hageneder

Aalen

Mit der Reihe „UnternehmerWissen“ bietet die Kreissparkasse Ostalb seit vielen Jahren ihren Kunden eine Plattform, die Informationen und Impulse vermittelt, den unternehmerischen und persönlichen Erfolg nachhaltig zu sichern. „Die wichtigsten Zutaten für den Erfolg von morgen sind Individualität, Kreativität, Motivation und Teamfähigkeit“, fasste Prof. Dr. Markus Hengstschläger die Rezeptur dafür in seinen Vortrag zusammen. Die 400 Gäste in der Stadthalle Aalen, die Vorstandsvorsitzender Andreas Götz am Dienstag mit dem Versprechen, ein außergewöhnliches Referat eines besonderen Experten erleben zu dürfen, begrüßte, wurden nicht enttäuscht.

Wissenschaftlich sauber fundiert, zum Denken anregend, bisweilen provozierend und mit dem Witz eines Comedian unterhielt der Österreicher das Publikum charmant. Der Wissenschaftler, Universitätsprofessor, Humangenetiker, Biologe, Radiodoktor, Berater, Bestsellerautor und zweifache Familienvater packte alle Facetten seiner Tätigkeiten und Erfahrungen in seinen 45-Minuten-Vortrag hinein.

„Was versteht man überhaupt unter Zukunft und ist diese heute besser vorhersehbar als früher“, fragte Hengstschläger. Darauf würden drei Gelehrte drei Antworten geben: 1. War noch nie so leicht. 2. War noch nie so schwer. 3. Kommt darauf an.
Tatsächlich gebe es zwei Arten von Zukunft – eine vorhersehbare und eine unvorhersehbare. Letztere komme schnell, darauf sei Europa unzureichend vorbereitet. Wichtig sei Wissen, sagte Hengstschläger, „aber anders als früher“. Vor 100 Jahren habe eine Berufsausbildung für ein ganzes Leben gereicht, um 2000 habe man „lebenslanges Lernen“ gepredigt – „heute verdoppeln sich Infos und damit Wissen in 24 Stunden“. Deshalb müsse eine Strategie her, um an die richtige Info, ans relevante Wissen und dadurch zu Innovationen zu kommen, folgerte der Referent: Denn wir könnten nicht wie der Scheich in Kuwait alles kaufen „weil ich Öl habe“, oder wie der Textilfabrikant eines Schwellenlandes auf den Vorteil von Niedriglöhnen verweisen – Hengstschläger: „Wir benötigen qualifizierte, kreative, motivierte Fachkräfte, damit wir die unvorhersehbare Zukunft meistern!“

Wir müssen mutig neue Wege gehen.

Prof. Dr. Markus Hengstschläger

Vor allem müssten die Unternehmer „alte Wege und das typische Durchschnittsdenken verlassen.“ Was das ist, veranschaulichte Hengstschläger an Beispielen: Zehn Schüler stehen in der Turnhalle, sie sollen die Bälle fangen, die von irgendwo unvorhersehbar herfliegen. Bislang kamen zehn Bälle von links oben, zehn von rechts unten. Wo platziert der Turnlehrer seine Schüler? Richtig: In der Mitte, weil das der Durchschnitt ist. Dorthin kommt aber kein Ball. Zweites Beispiel: Hat Max im Zeugnis in vier Fächern ein mangelhaft und nur ein sehr gut in Musik, so verlangen die Eltern: Lass die Musik liegen, konzentriere Dich auf die schwachen Fächer. „Das Resultat ist Durchschnitt, eine vermeintliche Sicherheit, die nichts nützt“, sagte Hengstschläger und forderte die Unternehmer auf: „Fördern Sie bei jungen Menschen deren Flexibilität, um Innovationen zu kreieren, und geben Sie ihnen Sicherheit, Geld zu verdienen“. Niemals, warnte der Referent, dürfe man sagen, „der hat eben wie Lionel Messi das Ballgefühl in den Genen, oder er hat es nicht“. Jeder Mensch sei ein förderungswürdiges Talent. Intraprofessionelle (Stärken stärken) und interprofessionelle Intelligenz (im Team Wissen generieren) sollten vereint werden. Und man müsse junge Menschen Mut machen – Markus Hengstschläger: „Sich dort in der Turnhalle hinstellen, wo kein anderer ist!“ Dann brauche niemand vor der Zukunft Angst haben, versprach der Professor.

Markus Hengstschläger promovierte mit 24 Jahren zum Doktor der Genetik. Danach arbeitete er an der Yale University/USA, wurde mit 29 Jahren außerordentlicher Universitätsprofessor. Heute leitet er das Institut für Medizinische Genetik an der Uni Wien, ist als Unternehmer in den Bereichen genetische Diagnostik, Forschung und Entwicklung, und Innovationsberatung tätig, betreut Patienten und berät Regierungen und Firmen.

© Wirtschaft Regional 17.04.2018 20:37
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