Deutsche Bank wächst in Aalen und der Region

Bilanz der Banken Das Institut legt Zahlen für die Region vor: In Aalen wächst die Bank stärker als andernorts. Doch der Niedrigzins macht auch den Anlegern zu schaffen.
  • Kai-Uwe Braum, Direktor der Filiale der Deutschen Bank in Aalen. Foto: Deutsche Bank

Aalen.

Die Deutsche Bank in Ostwürttemberg ist zufrieden mit dem vergangenen Geschäftsjahr. Wie das Unternehmen mitteilt, stieg das Geschäftsvolumen, also die Summe aus Krediten, Einlagen und Depotvolumen im gesamten Marktgebiet Württemberg Ost um elf Prozent auf 8,2 Milliarden Euro.

Diese Region reicht für das Institut von Friedrichshafen im Süden, Albstadt im Westen, Heilbronn im Nord bis nach Aalen im Nordosten. Dort stieg das Geschäftsvolumen gar um 14 Prozent auf nun eine Milliarde Euro. Von hier aus betreut die Bank Kunden in Ellwangen, Bopfingen und Crailsheim. Wie die Geschäfte in Gmünd gelaufen sind, teilte das Institut allerdings nicht mit.

Das Wachstum in Aalen hingegen freut natürlich Filialdirektor Kai-Uwe Braum. „Das ist angesichts der weiterhin extrem niedrigen Zinsen im vergangenen Jahr eine beachtliche Leistung. Die Kunden haben unser erweitertes Beratungsangebot gut angenommen. Wir sind mehr denn je als Risikomanager gefragt, sowohl auf der Anlagenseite als auch beim Kredit“, erklärte er. Ende 2017 betreute die Deutsche Bank in Württemberg Ost 183.000 Kunden, davon 21.000 in Aalen.

Gute Entwicklung in Aalen

Dabei hat die Aalener Filiale weiter ihre starke Position im württembergischen Markt der Deutschen Bank gefestigt. Denn während das Kreditvolumen in den elf Filialen lediglich um ein Prozent auf 2,7 Milliarden Euro wuchs, dann stieg es in Aalen um fünf Prozent auf 405 Millionen Euro.

Wir sind als Risikomanager gefragt.

Kai-Uwe Braum
Filialdirektor Deutsche Bank Aalen

Ein ähnliches Bild ergibt sich bei den Einlagen. Das Einlagenvolumen betrug im Marktgebiet rund 2,9 Milliarden Euro, davon in Aalen 331 Millionen Euro. Das bedeutet eine Steigerung von 29 Prozent im erweiterten Marktgebiet und ein Plus von satten 43 Prozent in Aalen.

„Viel Luft nach oben“

Wie andere Banken und deren Anleger hat die Deutsche Bank mit den niedrigen Zinsen zu kämpfen. Das dürfte noch eine Weile so bleiben. „Die Nullzinsen dürften den Kunden auch in diesem Jahr weiter Kopfschmerzen bereiten“, sagt Braum. Gerade mit Blick auf die Altersvorsorge mahnt er, dass sich Anleger „umfassend über Chancen und Risiken einer Anlage am Kapitalmarkt aufklären sollten“. Nach der jüngsten Statistik des Deutschen Aktieninstituts besitzen lediglich knapp 16 Prozent aller Deutschen Aktien, Aktien- oder Rentenfonds. „Es gibt also viel Luft nach oben“, sagt Braum.

Nach oben ging auch das Geschäft mit den Firmenkunden. Bundesweit hat die Bank 20 Prozent mehr gewerbliche Kredite ausgegeben als im Vorjahr, in Württemberg Nordost 7 Prozent. Das ist noch immer ein sattes Plus – der vergleichsweise geringe Zuwachs ist der außerordentlich guten Liquidität der Firmen in der Region geschuldet. In Aalen betreut die Bank 1200 Firmen-Kunden. Deutschlandweit habe man 2500 Unternehmen als Neukunden gewonnen. „In unserem Marktgebiet sind wir ein sehr stabiler Partner für den Mittelstand. Das hat uns viele gute neue Hausbankverbindungen eingebracht“, so Eric Siber, Marktgebietsleiter Firmenkunden in Württemberg Nordost. rs

© Wirtschaft Regional 16.04.2018 20:45
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