Gmünd forciert Wirtschaftsförderung

Co-Working-Space Am 2. Mai eröffnet im früheren Telekom-Gebäude ein Projektlabor für Start-ups und Existenzgründer. Kreativen Köpfen wird dort der Start in die Selbstständigkeit erleichtert.
  • In der Nähe zum „Forum Gold und Silber“ (l.) wird im ehemaligen Telekom-Gebäude das Co-Working-Space eröffnet. Foto: Tom
  • Verfolgen mit Freude den Umbaufortschritt (v.l.): Alexander Groll, Roland Staiber, Alexander Trautmann und Bettina Conrath, die sich mit einem IT-Projekt einmieten will. Foto: -wh-

Schwäbisch Gmünd

Schwäbisch Gmünd gibt in Sachen Wirtschaftsförderung Gas. Am 2. Mai wird im der Staiber Projektbau GmbH gehörenden früheren Telekom-Gebäude „ein Co-Working-Space“ eröffnen. Mit diesem Projektlabor für Start-ups und Existenzgründer soll negativen Entwicklungen bei Neugründungen und den damit verbundenen Folgen für den lokalen Arbeitsmarkt und die Einwohnerzahl wirksam entgegentreten werden. Existenzgründungen seien, weiß Alexander Groll, in Deutschland rückläufig und junge Gründer würden zudem Ballungsräume bevorzugen. „Deshalb besteht Handlungsbedarf“, sagt der Wirtschaftsbeauftragte. Die Stadt habe die Wirtschaftlichkeit des Projekts genau überprüft. Alexander Groll: „Stefanie Miller hat in ihrer Bachelor-Arbeit an der Hochschule für öffentliche Verwaltung in Kehl 240 junge Menschen zum Thema Existenzgründung befragt. Nur 38 hatten keine Geschäftsidee, bei den anderen sprudelte es nur so von innovativen Gedanken. Aber sie scheuen das Risiko einer Selbstständigkeit aus finanziellen Gründen, wegen bürokratischer Hürden oder weil sich das Kaufverhalten grundsätzlich verändert.“ Die Risiken in finanzieller Hinsicht, vor allem was die Bürokosten betrifft, so glaubt Groll, „können wir abfedern.“

Die Idee Co-Working-Space

Die städtische Wirtschaftsförderung hat für das Co-Working-Space 500 Quadratmeter Fläche für 6000 Euro pro Monat bei Staiber Projektbau angemietet und wird das Labor als einen Betrieb gewerblicher Art führen. Dafür hat der Gemeinderat für drei Jahre eine Vollzeitstelle genehmigt, die Alexander Trautmann (23) seit 1. März besetzt.

In das Co-Working-Space können sich Leute einmieten, „die Ideen haben sollen und sich eine unternehmerische Existenz aufbauen wollen“, sagt Groll und denkt dabei an die Nähe zur Hochschule für Gestaltung und zum mit der Hochschule Aalen gemeinsamen Studiengang „Internet der Dinge“, dessen erste Absolventen im Herbst 2018 ins Berufsleben einsteigen, sowie an die Pädagogische Hochschule: „Neue Ideen entstehen immer an den Schnittstellen von verschiedenen Disziplinen, im Co-Working-Space sollen Start-ups und Projektgruppen aus verschiedenen Bereichen arbeiten – und sich gegenseitig befruchten.“

Co-Working-Space wird Start-ups anziehen.

Alexander Groll
Stadt Schwäbisch Gmünd

Die künftigen Bewohner des Labors bezahlen die Miete nicht für Flächen, sondern für Arbeitsplätze im Großraumbüro. Im ersten Jahr sind das 169 Euro pro Monat, im zweiten Jahr 219 Euro und im dritten Jahr 279 Euro. Eine Kündigung ist monatlich möglich. Danach sei ein Umzug ins Gründerzentrum „zapp“ vorgesehen, „von dort kann es dann ins Gmündtech zu ortsüblichen Mieten gehen“, meint Groll.

Das Co-Working-Space bietet den Mietern zwei Arbeits- und Präsentationsräume sowie einen Rapid-Prototyping-Raum. Geplant sind noch zwei Fabrikationslabore. Räume und Arbeitsplätze sind hochwertig ausgestattet – zum Beispiel mit Monitoren, 3-D-Druckern, W-Lan oder White-Boards. Das Equipment kann stundenweise gemietet werden, telefoniert wird über Handy. Die Räume sind wie das Staiber-Büro modular konzipiert, mit viel Glas, sehr offen, freundlich, kommunikativ.

Auch Pegasus dabei

Geplant sind im ersten Jahr 15 Mieter, maximal können 45 aufgenommen werden. „Wir haben schon über zehn konkrete Anfragen, die Firma Karer IT von Dr. Gerhard Bläse mit zehn Mitarbeitern wird einen Extraraum beziehen und damit das Labor bereichern“, ließ Groll wissen.
Auch der Verein Pegasus wird im Co-Working-Space präsent sein. Vorsitzender Roland Wendel: „Wir stellen alle unsere Kompetenzen und unsere Expertisen zur Verfügung, damit die Zahl der Existenzgründungen in Schwäbisch Gmünd wieder nach oben und auf lange Sicht die Wirtschaftskraft unserer Stadt und der Region gestärkt wird.“

© Wirtschaft Regional 28.03.2018 17:58
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