Die VR-Bank feiert 150. Geburtstag

Jubiläum Ein Jahr nach der Fusion begeht die VR-Bank Ostalb einen runden Geburtstag: Unter anderem mit einem Theaterstück würdigt sie 150 Jahre Genossenschaftsbank in der Region.
  • Nach Lehman-Krise – Vertrauens-Krise bei den Banken.
  • Hinter den Kulissen: Make-up vor dem großen Auftritt.
  • Blick in die voll besetzte Hauptstelle in Aalen.
  • 200 Gäste, unter ihnen BWGV-Präsident Roman Glaser.
  • Hermann Schludi, Thilo Rentschler, Thomas Wagenblast.
  • Hans-Peter Weber (li.) spielte Hermann Schulze-Delitzsch, Guntram Leibinger verkörperte Friedrich Wilhelm Raiffeisen. Fotos: opo

Aalen

Mit mehr als 200 Gästen aus Politik und Wirtschaft hat die VR-Bank Ostalb am Freitagabend ihren 150. Geburtstag gefeiert. In der neuen Aalener Hauptstelle ließ das Institut nicht nur die vergangenen 150 Jahre mit einem Theaterspiel Revue passieren – sondern blickte auch voraus. Im Mittelpunkt standen weder große Worte noch lange Reden: Stattdessen hatten Mitarbeiter des Instituts gemeinsam mit dem Aalener Theatermacher Tonio Kleinknecht ein Stück eingeübt, in dem Vorstandssprecher Hans-Peter Weber und sein Stellvertreter Guntram Leibinger mitspielten. Weber übernahm die Rolle des Hermann Schulze-Delitzsch, Leibinger jene des Friedrich Wilhelm Raiffeisen, beide Gründerväter der Genossen.

Im rasanten Tempo ging es vom Gründungsjahr 1868 über die Rezession der Weltwirtschaftskrise hin zur NS-Zeit, die Kleinknecht nicht aussparte: Damals wurden aus den Gewerbebanken zwangsweise die „Volksbanken“ – und deren Eigentümerstruktur musste zu 51 Prozent aus NSDAP-Mitgliedern bestehen. Ebenfalls im Fokus: die Rolle der Genossenschaftsbanken beim Wirtschaftswunder, das Gleichberechtigungsgesetz, die Finanzkrise der Jahre 2008 und 2009. Die markantesten Zahlen bekamen die Gäste im Eiltempo serviert: 1984 das 10.000. Mitglied der VR-Bank, 1992 die erste Bilanzsumme jenseits der Milliarde D-Mark – und die zahlreichen Fusionen und Zusammenschlüsse unter den Genossenschaftsbanken in der Region, zuletzt jene von Volksbank Schwäbisch Gmünd und VR-Bank Aalen zur neuen VR-Bank Ostalb. Auch Zeitzeugen, unter ihnen Heinrich Auchter, Moritz Brenner und Josef Sturm aus den letzten Jahrzehnten kamen in Videobotschaften zu Wort.

Wir sind sicher, die Zukunft gestalten zu können.

Kurt Abele,
Stellvertretender Vorstandschef

Kurt Abele, baldiger Nachfolger Webers als Vorstandssprecher, betonte in seiner Begrüßung die wirtschaftliche Bedeutung von Genossenschaften und Genossenschaftsbanken. Letztere hätten aktuell rund 30 Millionen Kunden in Deutschland und beschäftigten rund 190.000 Mitarbeiter. „Vor 150 Jahren waren die Genossenschaften Antwort auf Hungersnöte und Kredithaie“, so Abele. Heute seien die Nöte nicht mehr so essenziell. Genossenschaften könnten aber auch auf die heutigen Probleme die Antwort sein. Abele nannte zum einen die „digitale Vereinsamung“ und die „Zentralisierung von Vermögen bei Großkonzernen wie Google und Co.“ als Herausforderungen des heutigen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Wandels. Die VR-Bank Ostalb selbst sei dank der Fusion glänzend aufgestellt. „Wir sind sicher, die Zukunft gestalten zu können.“

© Wirtschaft Regional 09.03.2018 21:40
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