Südwestmetall kritisiert Koalition

Arbeitgeber Der Verband beklagt in Ellwangen steigende Kosten für Firmen, etwa in der Krankenversicherung.

Ellwangen. Ludwig Erhard gilt als Begründer der sozialen Marktwirtschaft. Dem Altkanzler zu Ehren wurde am Dienstag im Rathaus Ellwangen die Karikaturenausstellung „Ludwig Erhard – gestern/heute/morgen“ eröffnet. Die Arbeitgeber in Ostwürttemberg nutzten das Ereignis für Kritik am Koalitionsvertrag. Sie beklagen eine zu geringe Betonung marktwirtschaftlicher Elemente in der Vereinbarung von CDU/CSU und SPD.

„Anstatt ihre Politik an den bewährten Grundprinzipien der sozialen Marktwirtschaft auszurichten, stellen Union und Sozialdemokraten die Weichen erneut in Richtung mehr Staat und Umverteilung“, kritisierte Florian Maier, Mitgliederrat der Bezirksgruppe Ostwürttemberg des Arbeitgeberverbandes Südwestmetall. Die Große Koalition wolle die Flexibilität im Arbeitsrecht weiter einschränken, bei Regulierungen und Bürokratie noch „draufsatteln“ und der Wirtschaft keinerlei nennenswerte steuerliche Entlastung gewähren, beklagte Maier. Diese wirtschaftsunfreundliche Politik werde den heimischen Unternehmen schaden, warnte er.

Die Rückkehr zur paritätischen Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung bedeute etwa einen teuren Rückschlag für die Unternehmen, erklärte Maier. Sie würde die Arbeitgeber mit rund fünf Milliarden Euro zusätzlich pro Jahr belasten. „Dabei finanzieren wir bereits heute schon aufgrund der allein getragenen Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall einen höheren Anteil der Krankheitskosten als die Arbeitnehmer.“

Die Eröffnung der Karikaturenausstellung war Teil der Veranstaltung „Arbeitgeber im Dialog“ der Arbeitgeber Baden-Württemberg. Nach Florian Maier sprach Ellwangens OB Karl Hilsenbek. Den zentralen Vortrag hielt Prof. Dr. Jörn Hendrich Block von der Uni Trier über „Eine neue Generation von Hidden Champions für den ländlichen Raum? – Wie Start-ups und Familienunternehmen die Zukunft der sozialen Marktwirtschaft in der Region sichern können“. An den Vortrag schloss sich eine Podiumsdiskussion mit Landrat Klaus Pavel, Johannes Lutz, Geschäftsführer der Aalener Mark3D sowie Nikolaus Albrecht, Geschäftsführer des Ellwanger Unternehmens Facility Network, an.

Ein Bericht über den Vortrag von Block und die Diskussion folgt am Donnerstag.

© Wirtschaft Regional 06.03.2018 20:00
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