Das „Kind der Not“ wird 150

Jubiläum Ohne Protz, dafür mit Sinn für das Wesen der Genossenschaften will die VR-Bank Ostalb ihr 150-jähriges Bestehen feiern. Am Freitag geht’s los.
  • Stellten am Dienstag das Programm der VR-Bank Ostalb anlässlich des 150-jährigen Jubiläums vor: Aufsichtsratschef Claus Albrecht, Vorstandssprecher Hans-Peter Weber und dessen Stellvertreter sowie designierter Nachfolger Kurt Abele (von links). Foto: rs

Aalen

Im ersten Jahr ihres Bestehens feiert die VR-Bank Ostalb gleich ein ganz großes Jubiläum, nämlich das 150. Jahr ihres Bestehens. Wie das geht? Aufsichtsratschef Claus Albrecht bemüht den „historischen Zufall“, wie er es nennt. Der will nämlich, dass die beiden Vorgängerinstitute aus Gmünd und Aalen just im selben Jahr gegründet wurden: Die Gmünder Volksbank am 20. Februar 1868, das Aalener Pendant nur wenige Tage später, am 1. März. „150 Jahre Genossenschaftswesen sind schon etwas Herausragendes“, erklärt Albrecht.

So gehen Gmünder und Aalener Genossen gemeinsam in ihr Jubiläumsjahr. Den Start bildet ein Festabend am Freitag in der im vergangenen Jahr eröffneten neuen Hauptstelle. Dort wollen die Genossen sowohl einen Blick in die Vergangenheit als auch einen in die Zukunft werfen. „Wir wollen die wechselvolle Geschichte der Genossenschaften erzählen“, so Vorstandssprecher Hans-Peter Weber. Denn: „Genossenschaften sind Kinder der Not.“ Als Mitte des 19. Jahrhunderts die Ständeordnung bröckelte, fanden sich viele Menschen in einer neuen Situation wider: Nicht ihr Lehnsherr war für sie verantwortlich, sondern sie selbst. Dank Reformern wie Friedrich Wilhelm Raiffeisen und Hermann Schulze-Delitzsch war die genossenschaftliche Idee geboren und verbreitete sich schnell: Einkaufsgenossenschaften folgten bald Gewerbebanken, wie sie 1868 auch in Gmünd und Aalen gegründet wurden. „Seither sind wir durch jede Krise ohne staatliche Hilfe gekommen“, betont Weber.

Kurt Abele, Stellvertreter Webers, unterstreicht zudem die Herausforderungen, mit denen die Genossen zu kämpfen haben. Denn die Zahl der Genossenschaftsbanken sinkt seit Jahren: Gab es 1970 noch 7100 Institute in Deutschland, zählen die Statistiker heuer nur noch 950.

Auch die VR-Bank Ostalb veränderte sich über die Jahre durch Zusammenschlüsse und Übernahmen. Das ist ein Thema des Buches, das die VR-Bank anlässlich des Jubiläums herausgibt. Es wird in den kommenden Wochen an Kunden und Mitglieder verteilt und widmet sich vor allem der Geschichte der Genossen im Ostalbkreis.

© Wirtschaft Regional 06.03.2018 20:00
884 Leser
Ist dieser Artikel lesenswert?