Innovationspotenziale ankurbeln

Popup Labor BW Ministerin Nicole Hoffmeister-Kraut eröffnete am Freitag in der „gmünder wissenswerkstatt eule“ die erste „Digitalisierungsschmiede“ für kleine und mittlere Unternehmen.
  • Nicole Hoffmeister-Kraut beim Eintrag ins Goldene Buch der Stadt Schwäbisch Gmünd flankiert von OB Richard Arnold, Landrat Klaus Pavel und MdL Dr. Stefan Scheffold (v.l.) Foto: Tom

Schwäbisch Gmünd

Sie kam für „Ministerverhältnisse“ pünktlich an, trug sich ins Goldene Buch der Stadt Schwäbisch Gmünd ein und dann eröffnete Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut am Freitag mit Prof. Dr. Wilhelm Bauer, dem Landesbeauftragten für Technologie, das erste „Popup Labor BW“, das bis 2. März in der „gmünder wissenswerkstatt eule“ stattfindet.

Dafür, dass die Wirtschaftsministerin dieses Projekt „völlig richtig“ in Gmünd startete, bekam von der geballt anwesenden regionalen Politik-, Hochschul- und Wirtschaftsprominenz viel freundlichen Applaus.

„Das Popup Labor ist unser praxisnahes Angebot an kleine und mittelgroße Unternehmen (KMU), eigene Innovationspotenziale anzukurbeln, weil wir Baden-Württemberg auch in Zukunft als führenden Innovations- und Wirtschaftsstandort weiterhin auf der Gewinnerseite positionieren wollen“, sagte Hoffmeister-Kraut, „das geht aber nur, wenn unsere Mittelständler den digitalen Anschluss nicht verlieren.“ Deshalb appellierte die Wirtschaftsministerin an die KMUs und ans Handwerk: „Profitieren Sie vom Popup Labor!“ Hier werden Crash-Kurse zu Design Thinking und anderen agilen Innovationsmethoden oder Workshops zu kundennutzenorientierter Innovation angeboten. Zudem werden praxisnahe Lösungen wie digitales Aufmaß vorgestellt und viele Themen wie die Live-Entwicklung von Apps und Geschäftsmodellen sowie der Bau von ersten Prototypen bespielt.
Hintergrund des neuen Landesangebots sind Analysen, dass besonders im Mittelstand die Innovationsdynamik nachlässt: „Wir liegen mit unserer Innovationsfähigkeit zwar vorn, aber andere holen auf. Wir müssen die Innovationskraft weiter verbessern, um führende Innovationsregion in Europa zu bleiben,“ forderte Hoffmeister-Kraut, die beklagte, „dass es für Mittelstand schwieriger geworden ist, bei Forschung und Entwicklung mit den Konzernen Schritt zu halten“. Hinzu kämen Digitalisierung oder veränderte Mobilitätsfor-men als neue Herausforderungen für das Innovationsgesche-hen. Das Popup Labor solle zeigen, wie  KMUs neue Technologien, Verbrauchertrends oder der digitalen Transformation angeht und zum Vorreiter werden kann.

Popup Labor soll Lust auf Erfolg wecken.

Richard Arnold, Gmünder OB

Im Vorfeld der Eröffnung des Popup Labor wurde eine breite Mailingaktion gestartet, um die Unternehmen auf das Angebot aufmerksam zu machen und einzuladen Ideen, Fragen oder Gestaltungskonzepte vorab einzubringen. Aufgabe der Politik sei es, die Unternehmen dort abzuholen, wo sie sich momentan befinden und sie weiter zu stärken. „Mit den Popup Laboren bieten wir dem Mittelstand ein kreatives Umfeld, um neue Wege zu erproben und innovative Ideen und Geschäftsmodelle zu gestalten. Gründer, Start-ups und kreative Köpfe können sich in den Lern- und Experimentierräumen ausprobieren, austauschen und vernetzen“, betonte Wilhelm Bauer. Das Projekt werde in den Pilotregionen Ostalbkreis und Ortenau erprobt, und im Hinblick auf eine landesweite Verbreitung evaluiert.

Michael Nanz forderte in seiner Begrüßung, „schwäbische Tugenden wie einfach probieren und zu tüfteln“ wieder zu schärfen – „und dabei dürfen Fehler gemacht werden“. Den Geschäftsführer der Technischen Akademie bestätigte Philipp Reiner vom Heidenheimer Startup Conclurer: „Die Risikikobereitschaft, den Zugang zu neuen Technologien zu finden, ist gering, aber möglich und notwendig, um nicht abzuhängen.“ Klaus Pavel lobte die Initiative der Landesregierung und versicherte: „Wir sind ein Mitmach- und ein Produktionskreis. Wenn die Digitalisierung die Individualisierung der Massenproduktion ist, dann ist sie für unsere Unternehmen keine Gefahr, sondern eine Chance.“ Der Landrat drängte auf schnellen Netzausbau - dafür komme aber nur Glasfaser in Frage“ Mit Blick auf den Landesbeauftragten für Technologie sagte Pavel: „Wir brauchen dringend das Fraunhofer-Institut im Ostalbkreis. Richard Arnold warf pragmatisch ein: „Herr Bauer, kommen Sie auf unser Rathaus, wir haben einen Platz dafür. Der OB lobte den Ansatz des Pop Labors, „in die Fläche zu gehen“. Es sei ein Fehler gewesen, den Netzausbau dem Markt zu überlassen: „Dies ist eine dezentrale Aufgabe“. Das Popup-Labor sei dann ein Erfolg, so Arnold, „wenn Lust auf Erfolgt geweckt wird“. Davon zeigte sich IHK-Geschäftsführerin Michaela Eberle überzeugt: „Schließlich sind wir seit der Gründung 1867 Vorreiter in Sachen Innovation und haben als erste IHK 2017 einen Digitalisierungsausschuss gebildet.“

© Wirtschaft Regional 23.02.2018 20:28
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