Telenot und Waldorfschule vertiefen Partnerschaft

Kooperation Der Hammerstädter Alarmanlagenhersteller vermittelt Schülern Grundlagen der Elektronik – und gibt einen Einblick in die betrieblichen Abläufe.
  • Schüler und Lehrer der Klasse 10 der Freien Waldorfschule Aalen ließen sich von Telenot-Ausbildungsleiter Rolf Geiger die Funktionsweise einer SMD-Bestückungsmaschine erklären. Foto: Telenot

Aalen-Hammerstadt

Seit zehn Jahren kooperiert Telenot, der Aalener Hersteller von Alarmanlagen, im Bereich des Industriepraktikums mit der Waldorfschule Aalen. Regelmäßig hospitieren Schülerinnen und Schüler für zwei Wochen bei dem Unternehmen in Hammerstadt, um zu sehen, wie komplexe elektronische Sicherheitstechnik hergestellt wird. „Jetzt zieht zusätzlich der Schwerpunkt Elektronik in den Technologieunterricht ein“, erklärt Wirtschaftskundelehrer Daniel Büttner.

„Auf diese Weise erhalten unsere Schülerinnen und Schüler nicht nur Einblicke in die modernste Fertigungstechnik bei Telenot im Rahmen des Industriepraktikums, sondern werden auch im Technologieunterricht mit den wichtigsten Grundlagen der Elektronik vertraut gemacht“, führt Büttner weiter aus, der das Projekt mit der Firma Telenot als Verantwortlicher für das Industriepraktikum betreut.

Konkret sieht das pädagogische Konzept der Waldorfschule Aalen, an der vom Haupt-, über den Realschulabschluss auch die Fachhochschulreife und das Abitur gemacht werden kann, folgende Neuerungen vor: So erhalten die Schülerinnen und Schüler der 10. Klasse in zwei Wochen zehn Unterrichtsstunden im Technologieunterricht durch Lehrkräfte der Firma Telenot. Diese sollen den Jugendlichen Grundlagen der Elektronik vermitteln. Im Anschluss wird die gesamte Klasse für eine Woche bei Telenot in Aalen-Hammerstadt zu Gast sein - und zwar zu den regulären Arbeitszeiten des Unternehmens.

Hilfe bei der Berufswahl

Für Daniel Büttner ist diese Kombination aus theoretischem Unterricht und praktischen Einführungen vor Ort die ideale Voraussetzung für das an der Waldorfschule Aalen in der 10. Klasse durchgeführte Industriepraktikum.

Das Praktikum wurde vor zehn Jahren an der Aalener Schule in das Oberstufenkonzept integriert, um allen Schülern am Industriestandort Aalen grundlegende Einblicke in industrielle Produktion zu ermöglichen. Schon in der Gründungszeit der Waldorfpädagogik und der ersten Waldorfschule in Stuttgart stand der Aspekt der Vermittlung einer umfassenden Allgemeinbildung durch modernen naturwissenschaftlichen und wirtschaftskundlichen Unterricht im Fokus. Für die Vermittlung von „lebenspraktischem Wissen“ wurde eigens der Technologieunterricht eingerichtet, um den jungen Menschen aktuelle Produktionsmethoden in der Industrie durch eigenen praktischen Unterricht zu vermitteln.

Dieses wurde ergänzt durch ein Praktikumskonzept, das an der Aalener Waldorfschule in der 9. Klasse ein zweiwöchiges Handwerks- sowie ein dreiwöchiges Landwirtschaftspraktikum vorsieht; in der 10. Klasse das erwähnte zweiwöchige Industrie- sowie ein zweiwöchiges vermessungstechnisches Praktikum; in der 11. Klasse ein vierwöchiges Sozial- sowie ein zweiwöchiges Neigungspraktikum.

Telenot-Ausbilder Rolf Geiger begrüßt die vertiefende Kooperation mit der Waldorfschule. „Dass Schülerinnen und Schülern über das normale Maß hinaus Technik und Technikverständnis vermittelt und dieses im Rahmen von praktischen Übungen und Anschauungsunterricht im Unternehmen noch erweitert wird, sehe ich als großen Vorteil.“ Auf diese Weise bekämen die Jugendlichen eine deutlichere Vorstellung von der Elektronikbranche. „Das hilft bei der anstehenden Berufswahl.“

© Wirtschaft Regional 21.02.2018 20:20
1661 Leser
Ist dieser Artikel lesenswert?