So ist die Sicht der Arbeitgeber

Tarifkonflikt Der Verband Südwestmetall hat sich positioniert: Reduzieren der Arbeitszeit geht in der Branche gar nicht.

Aalen. „Die Tarifforderungen der IG Metall bedrohen die Wettbewerbsfähigkeit und sie verschärfen den Fachkräftemangel“, sagt Jörn P. Makko, Geschäftsführer bei Südwestmetall in der Region. Nach eigener Umfrage der IG Metall sei der überwiegende Teil der Mitglieder mit den Arbeitsbedingungen zufrieden. Beim Entgelt würde ein vernünftiger Ausgleich gefunden werden. Das Angebot von 2,35 Prozent für 2018 liege auf dem Tisch. Das entspreche einem Plus von durchschnittlich 1333 Euro je Beschäftigtem und Jahr – ein echter Reallohnzuwachs.

Makko weist darauf hin, dass mehr als 70 Prozent der M+E-Betriebe eine Netto-Rendite unter 4 Prozent erwirtschafteten. Die IG Metall säge am Ast, auf dem ihre Mitglieder sitzen. Wer angesichts einer möglichen Arbeitszeitverkürzung um 20 Prozent die verbleibende Arbeit erledigen solle, scheine der Gewerkschaft gleichgültig zu sein. Am Arbeitsmarkt stünden die Kapazitäten nicht zur Verfügung. Weil qualifiziertes Personal fehlte blieben bereits Aufträge liegen.

„Wir haben eigene Forderungen. Dazu zählen die freiwillige, bedarfsgerechte bezahlte Ausweitung des Arbeitszeitvolumens, die Ausweitung von Befristungen und die Anpassung der Zuschlagsregelungen“, sagt Makko. Es gebe also noch viel zu verhandeln.

© Wirtschaft Regional 10.01.2018 18:01
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