Maier wird Jennewein-Metalltechnik

Firmenübergabe Rafael Jennewein übernimmt zum 1. Januar 2018 Metallbearbeitungsfirma in Abtsgmünd von Eugen Maier. Alle 30 Beschäftigten behalten ihre Arbeitsplätze; das Ziel heißt Wachstum.
  • Handschlag zwischen Eugen Maier (links) und Rafael Jennewein – langfristig vorbereitete Nachfolgeregelung bei renommiertem Metallbearbeitungsbetrieb in Abtsgmünd-Untergröningen. Foto: privat

Abtsgmünd-Untergröningen

Die 30 Beschäftigten der Maier Metall-Technik GmbH in Abtsgmünd-Untergröningen haben im Jahr 2018 einen neuen Chef, der dem Unternehmen auch eine neue Firmierung gibt: Wirtschafts-Ingenieur Rafael Jennewein (47) hat zum 1. Januar 2018 das Metalltechnik-Unternehmen in Form eines Asset-Deals komplett vom bisherigen Besitzer Eugen Maier übernommen; dieser hatte im Jahr 2002 die Maier Metall-Technik GmbH gegründet und dabei einen Betrieb mit mehr als 40-jähriger Tradition in der Metallbearbeitung erfolgreich fortgeführt. Da Eugen Maier das Rentenalter erreicht hat und es keine Nachfolger in der Familie gab, hat er sich sehr intensiv und langfristig nach einer Lösung umgeschaut – und in Rafael Jennewein gefunden.

Vita Rafael Jennewein

Jennewein Metalltechnik GmbH + Co. KG firmiert der Betrieb künftig, Rafael Jennewein ist alleiniger geschäftsführender Gesellschafter. Der gebürtige Gmünder hat nach einer dreijährigen Lehre zum Maschinenschlosser im damaligen Geschäftsbereich Lenkungstechnik der ZF Friedrichshafen AG auf dem zweiten Bildungsweg an der Fachhochschule Aalen das Diplom zum Wirtschaftsingenieur erworben. Danach arbeitete er als Vertriebs-Trainee bei Thyssen-Aufzüge in Neuhausen/Fildern und sammelte dabei internationale Erfahrungen bei einem mehrmonatigen Aufenthalt in China. Es folgte ein dreijähriger „Ausflug“ in die „new economy“ bei einem IT-Unternehmen in München. 2002 wechselte Rafael Jennewein zurück in die „old economy“ und zwar zum führenden Reinigungstechnik-Spezialisten Nilfisk in Bellenberg/Bayern. Beim direkten Wettbewerber von Kärcher war Jennewein zunächst im Export tätig, dann Regionalleiter im Vertrieb Deutschland und verantwortete bald die Konzern-Business-Einheit für Entwicklung, Produktion und Vertrieb von Fahrzeug-Waschanlagen. In den vergangenen zwei Jahren war Jennewein als Berater tätig und parallel auf der Suche nach einem geeigneten Unternehmen zur Übernahme. Dabei stieß er auf Eugen Maier.

30 Jobs bleiben erhalten

„Wir haben über ein Jahr eng zusammengearbeitet und es hat sich ein starkes Vertrauensverhältnis aufgebaut“, sagt Jennewein, „deshalb habe ich das Angebot zur Übernahme auch angenommen.“

Werden den Vertrieb stärken und ausbilden.

Rafael Jennewein
Neuer Inhaber

Alle über 30 Mitarbeiter, die im vergangenen Jahr einen Umsatz von rund 3,5 Millionen Euro erwirtschafteten, behalten ihre Arbeitsplätze. „Ich setzte auf diese hochqualifizierten Fachkräfte“, betont Jennewein, „denn schließlich haben sie das Unternehmen zu einem kompetenten Ansprechpartner in der Region gemacht, wenn es um Qualität und Verlässlichkeit in der Metallverarbeitung geht.“ Der neue Chef will das Unternehmen „auf dieser Basis weiter ausbauen“. Jennewein sieht in der Stärkung des Vertriebs und der Automatisierung Wachstumspotentiale, um neue Kunden beispielsweise aus der Lebensmittelbranche oder der Reinigungstechnik zu gewinnen. Bisher dominieren Kunden aus dem Baumaschinen-, Werkzeugmaschinen- und Sondermaschinenbau sowie aus der Anlagen- und Verfahrenstechnik kommen. Es gibt sicherlich noch mehr Branchen ...

Ganze Palette Metalltechnik

Die neue Jennewein Metalltechnik GmbH + Co. KG bietet nach wie vor die ganze Palette der Metalltechnik aus einer Hand. Auf über 4.400 Quadratmeter Fläche mit einem modernen Maschinenpark werden nach Kundenanforderungen Einzelteile und Schweißkonstruktionen bis zu fünf Tonnen gefertigt. Ein Alleinstellungsmerkmal ist die Bearbeitung von Blechen zwischen vier und 25 mm. Das Leistungsspektrum, das ständig weiterentwickelt wird, umfasst die Tätigkeiten Zuschneiden, Umformen, Schweißen, Zerspanen, Veredelung und Montage. Dazu verfügt das Unternehmen auch über die entsprechenden Qualitäts-Zertifikate.

Rafael Jennewein will nicht nur die Arbeitsprozesse optimieren, sondern er will die Belegschaft dafür durch betriebliche Weiterbildung fit machen und er wird die Ausbildung forcieren: „Geplant sind Lehrstellen für Schlosser, Schweißtechniker, Blechbearbeiter und im Büro“. Für kleinere Unternehmen sei es heute unerlässlich, „kompetente Fachkräfte selbst auszubilden und ihnen dann auch berufliche Perspektiven im eigenen Betrieb aufzuzeigen“.

© Wirtschaft Regional 29.12.2017 19:21
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