Rekordumsatz bei Zeiss

Wachstum um zehn Prozent und deutlich höherer Gewinn
  • Das robotische Visualisierungssystem Zeiss KINEVO 900 hebt die Visualisierung in der Neurochirurgie auf die nächste Stufe. Foto: Zeiss
Die Zeiss Gruppe steigert im abgeschlossenen Geschäftsjahr 2016/17 (Bilanzstichtag: 30. September 2017) Umsatz und Gewinn auf einen neuen Höchststand: Der Umsatz wächst um zehn Prozent auf 5,348 Milliarden Euro (Vorjahr: 4,881 Milliarden Euro). Mit 770 Millionen Euro liegt auch das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) deutlich über dem bereits hohen Vorjahreswert (615 Millionen). Die EBIT-Marge steigt auf über 14 Prozent. Der um starke zwölf Prozent gesteigerte Auftragseingang liegt bei nunmehr 5,625 Milliarden Euro und unterstreicht die Wachstumsambitionen des Technologiekonzerns.

Oberkochen/Stuttgart. „Alle vier Sparten – Research & Quality Technology, Medical Technology, Vision Care/Consumer Products und Semiconductor Manufacturing Technology – liegen auf oder über ihren Zielrenditen und tragen positiv zum erfolgreichsten Geschäftsjahr in der Geschichte von Zeiss bei“, sagte Prof. Dr. Michael Kaschke, Vorstandsvorsitzender der Carl Zeiss AG, bei der Jahrespressekonferenz in Stuttgart. „Diese Entwicklung war und ist keine Selbstverständlichkeit, sondern das Ergebnis enormer Anstrengungen aller Mitarbeiter und Partner über einen langen Zeitraum“, so Kaschke.

Auch die konsequente Umsetzung der strategischen Agenda zeige nun Wirkung und habe die Wettbewerbsfähigkeit deutlich erhöht: „Mit Investitionen in moderne Innovations- und Kundenzentren, in globale Partnerschaften und in strategische Erweiterungen haben wir uns voll und ganz auf die Bedürfnisse unserer Kunden ausgerichtet“, erklärte Kaschke die Unternehmensstrategie.

In der Sparte Research & Quality Technology treibt der Automobilmarkt weiter das Wachstum des Unternehmensbereichs Industrial Metrology. Auch die Nachfrage nach Lösungen für den Bereich Industrie 4.0 steigt; mit innovativen Ansätzen wie der Beteiligung am Joint Venture ADAMOS baut Zeiss sein Geschäft und die wichtige Vernetzung im Bereich Industrial Internet of Things weiter aus. Mit der guten Lage der Industrie insgesamt setzt auch der Unternehmensbereich Microscopy seinen Wachstumskurs fort. Die Sparte Medical Technology wächst mit Innovationen wie dem robotischen Visualisierungssystem Zeiss KINEVO 900 trotz des enormen Wettbewerbsdrucks am Markt und kann besonders in Asien deutliche Zugewinne verbuchen. Mit Zeiss Markengläsern wächst auch die Sparte Vision Care/Consumer Products leicht über dem Markt, hier ist der Wachstumstrend unter anderem in Brasilien und China anhaltend positiv.

Die Sparte Semiconductor Manufacturing Technology (SMT) profitiert von einer hohen Nachfrage nach Deep Ultra Violet (DUV)-Lithographiesystemen. Nach eher stagnierender Entwicklung in den letzten Jahren in einem extrem volatilen Markt konnte der Umsatz in der Halbleiterfertigungstechnik nun um 25 Prozent auf ein neues Allzeithoch gesteigert werden. Der Mut und die Ausdauer bei den Investitionen in die Zukunftstechnologie Extreme Ultra Violet (EUV)-Lithographie zahlen sich aus, ebenso wie die erweiterte Partnerschaft mit dem niederländischen Unternehmen ASML. Durch die 24,9-Prozent-Minderheitsbeteiligung von ASML an der Tochtergesellschaft Carl Zeiss SMT und damit verbundene Investitionen von rund 760 Millionen Euro für Forschung und Entwicklung wird die umfassende Bereitstellung von EUV-Technologie maßgeblich vorangetrieben.

Die Zahl der Mitarbeiter steigt um sechs Prozent. Zum Bilanzstichtag arbeiteten weltweit 26.945 Mitarbeiter für Zeiss (Vorjahr: 25.433). Mit über 569 neuen Mitarbeitern verzeichnet Deutschland den stärksten Zuwachs. Hier erhöht sich die Zahl der Beschäftigten auf 11.339 (Vorjahr: 10.770).

Ausblick: „Wachstum durch mutige Kursentscheidungen“
Auch wenn die Wachstumsdynamik in einigen Schwellenländern etwas nachlässt, sind die Konjunkturprognosen weltweit gut bis sehr gut und werden nur von einigen wenigen Risikofaktoren getrübt. „Die positive Wirtschaftslage gibt uns natürlich Rückenwind, aber man gewinnt am Ende nur, wenn man auch Verantwortung übernimmt und mutige Kursentscheidungen trifft“, sagte Kaschke. Um den Erfolg langfristig zu sichern, müsse man im immer härteren Wettbewerb bestehen. Die Unternehmensstrategie Zeiss Agenda 2020 mit ihrem Fokus auf Innovationen, zielgerichtete Investitionen und Geschäftsexpansion in Zukunftsgebiete gelte dabei als Kompass, die solide Finanzlage gebe dafür den notwendigen Spielraum. „Mit innovativen Produkten und Lösungen begreifen wir technische und gesellschaftliche Veränderungen wie die Digitalisierung und den demografischen Wandel als große Wachstumschance“, so Kaschke mit Blick auf das neue Geschäftsjahr. 2017/18 geht Zeiss von einem leichten organischen Umsatzplus und einer ähnlichen EBIT-Rendite aus.

© Wirtschaft Regional 13.12.2017 11:28
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