Wirtschaft am Rand

Zumba im Zug

Endlich kommt er. Der Ideenzug. Die Bahn will mit dem gestern vorgestellten Projekt an Morgen denken. Damit sich Menschen nicht in ihre autonom fahrenden Autos fläzen, statt in überfüllten Abteilen neben marodierenden Fußballfans oder alkoholisierten Frauenreisegruppen zu leiden. Pendlern sollen es sich künftig noch bequemer machen oder ihre Zeit sinnvoll mit Sport nutzen, heißt es. Sport im Zug? Eine prima Idee!

Aber halt – warum nur Trimmräder? Wieso nicht Fußball, Zumba unter Anleitung der Zugbegleiterin oder Dauerlauf von einer Ecke eines Waggons in eine andere? Und sollten danach die Sportverrückten nicht auch duschen? Hat man daran gedacht? Und an das Entspannen in einer Sauna: Nackt zusammen mit den sonst üblichen Pendlern schwitzend den Albaufstieg bewältigen? Bestimmt nicht. Typisch Bahn. Vielleicht, weil Bahngäste sowieso oft schwitzen, wenn mal wieder die Klimaanlagen ausgefallen sind.

Wie wäre es mit Hängematten? Oder mehr Grün: Ein Dschungelwagen mit Schlingpflanzen und Tieren, die im griesgrämigen 4.30-Uhr-Pendler Emotionen wecken. Oder einen Disko-Wagen mit Electromucke für abends, um den Arbeitsstress abzutanzen.

Eine weitere Idee lässt freilich aufhorchen: Die Bahn überlegt ein „brainLight-Wohlfühlerlebnis“ mit Licht- und Ton-Frequenzen und verschiedenen Massagtechniken. Damit ließe sich der Ärger über die erneute Verspätung dann einfach wegmassieren. Thomas Veitinger
© Südwest Presse 08.11.2017 07:45
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