50 000 freie Stellen für IT-Fachkräfte

Mit mehr als einer Million Beschäftigten ist sie zum größten Arbeitgeber aufgestiegen.
  • Software-Entwicklung heute: Mit „Augmented-Reality“-Brillen werden digitale Inhalte in die reale Welt projeziert. Foto: Marc Hörger
Die Digitalbranche ist zum größten industriellen Arbeitgeber in Deutschland aufgestiegen – noch vor Schlüsselbranchen wie dem Maschinen- oder Automobilbau. In der Informationstechnik, Telekommunikation und Unterhaltungselektronik werden zum Jahresende voraussichtlich 1,077 Mio. Menschen beschäftigt sein, sagte Achim Berg, Präsident des Branchenverbandes Bitkom. Das seien 30 000 Stellen mehr als im Vorjahr (plus 2,9 Prozent).

Bereits zum Jahresende 2016 habe man mit 1,047 Mio. Beschäftigten den Maschinenbau (1,014 Mio.) überholt, sagte Berg. Danach folgen die Elektroindustrie (847 000 Arbeitsplätze) und Automobilbranche (764 000). In der Bitkom-Branche könnten noch mehr Menschen beschäftigt sein, wenn nur genügend qualifizierte Arbeitskräfte zur Verfügung stünden. Ende 2016 habe es in Deutschland 50 000 offene Stellen für IT-Spezialisten gegeben.

Auch beim Umsatz gab es ein Plus: Der deutsche Markt für Informationstechnik, Telekommunikation und Unterhaltungselektronik wird im laufenden Jahr voraussichtlich auf 160,8 Mrd. EUR zulegen. „Die Bitkom-Branche geht jetzt in den Endspurt eines starken Jahres 2017“, sagte Berg.

Zum einen legte das Geschäft mit Software um 6,3 Prozent zu. Dazu gehören Cloud- und Big-Data-Anwendungen. Um 3,6 Prozent wuchs auch der Bereich der Telekommunikations-Endgeräte – im Vorjahr stand noch ein Minus von 11,2 Prozent zu Buche.

Mit den Smartphones allein wird inzwischen mehr Umsatz gemacht als mit der gesamten Unterhaltungselektronik, von den Flachbildfernsehern bis hin zum vernetzten Lautsprecher. Die Branche profitiert von dem Trend, dass größere Smartphones immer populärer werden. Diese sind teurer als die kompakten Modelle. Aber auch in der klassischen Unterhaltungselektronik entwickele sich der Markt nach einer Phase schwächerer Jahre positiv. „Gute Geschäfte mit Spielkonsolen und Fernsehern tragen das Wachstum. Weniger gefragt sind dagegen Digitalkameras, deren Markt weiter schrumpft“, sagte Berg. dpa
© Südwest Presse 26.10.2017 07:45
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