Zeiss hat eine globale Investitionsstrategie – davon profitiert Oberkochen

Die Zeiten sind vorbei, als nach der Wende am Gründungsort Jena und am Stammsitz Oberkochen eifersüchtig beäugt wurde, welcher Standort von der Konzernleitung bevorzugt wird. Zeiss ist überall auf der Welt präsent und investiert nicht nach lokalen Befindlichkeiten, sondern nach klaren Prinzipien – CEO Michael Kaschke: „Wir wollen unser erfolgreiches Wachstum als weltweit tätiger Technologieführer fortsetzen. Dafür hat Zeiss eine globale Strategie, die Investitionen in Innovationen aber auch in Infrastrukturprojekte umfasst“. In diese Reihe sind die 300 Millionen Euro für Jena und die 30 Millionen Euro für das KIT in Karlsruhe einzuordnen. Unbestritten profitiert Oberkochen vom Wachstum der Gruppe. Hier hat Zeiss in der letzten Dekade über 700 Millionen Euro in Standortbekenntnisse „aus Steinen und Stahl“ investiert. Beispiele im Interkommunalen Gewerbegebiet Oberkochen-Süd/Königsbronn: 2001 erster Neubau der Sparte Semiconductor Manufacturing Technology (SMT), 2013 dann Erweiterung für die EUV-Technologie, Neubauten Medical Technology, Standortlogistikzentrum, Betriebsrestaurant und Parkhaus. Im Stammwerk wurden 2009 ein Parkhaus und 2012 ein neues Betriebsrestaurant eröffnet, 2014 folgte das Zeiss Forum mit dem Museum der Optik. Erweitert und modernisiert wurde 2016 auch das Werk von Vision Care in Aalen. „Wir setzen unsere Investitionstätigkeit in Oberkochen fort, rund 200 Millionen Euro in den nächsten fünf Jahren in die Infrastruktur, zum Beispiel in ein neues SMT-Gebäude“, verspricht Michael Kaschke. Deshalb: In Oberkochen schielt niemand neidisch nach Jena.

© Wirtschaft Regional 13.10.2017 19:36
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