Der Euro wird immer stärker

Was Verbraucher freut, stößt in der Wirtschaft auf Skepsis. Wird die Zentralbank gegensteuern?
Der Euro wird an den Finanzmärkten immer stärker. Vor wenigen Tagen stieg die europäische Gemeinschaftswährung erstmals seit gut zweieinhalb Jahren über die Marke von 1,20 US-Dollar. Seit Jahresanfang hat der Euro vor allem gegenüber dem Dollar an Wert gewonnen. Der Kursanstieg lastet nicht nur auf der Wettbewerbsfähigkeit der Exportunternehmen, auch die Europäische Zentralbank (EZB) ist besorgt. Allein, sie handelt nicht.

Die Gründe für die Euro-Stärke sind teils hausgemacht, teils kommen sie aus dem Ausland. Beobachter nennen das robustere Wirtschaftswachstum im Euroraum und das sich langsam abzeichnende Ende der EZB-Krisenpolitik. Auf der anderen Seite läuft es in den USA nicht mehr so rund. Die dortige Wirtschaft wächst, aber nicht so dynamisch wie früher. An den Märkten ist die „Trump-Euphorie“ verflogen.

Die EZB, Hüterin des Euro, bleibt erstaunlich gelassen. Warum schweigt Draghi? Fachleute tun sich mit der Beantwortung dieser Frage nicht leicht. Ein Grund könnte das Kursniveau des Euro sein. Nicht wenige sehen den Euro mit 1,20 Dollar als „fair“, also nicht besonders hoch bewertet an. Ein Machtwort Draghis ist jedoch nicht vom Tisch. afp

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© Südwest Presse 02.09.2017 07:46
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