Eier-Skandal zieht immer weitere Kreise

In 70 Proben wurde das Insektizid Fipronil nachgewiesen. Auch verarbeitete Produkte sind betroffen.
Der Fipronil-Skandal zieht weitere Kreise: Bisher haben die Lebensmittelüberwachungsbehörden der Länder insgesamt 942 Proben auf das Insektizid untersucht. In 70 Fällen wurde es nachgewiesen. Bei 44 Proben lag der Fipronilgehalt über dem zulässigen Höchstwert, bestätigte das Bundeslandwirtschaftsministerium unserer Zeitung.

Belastete Eier sind auch in der Lebensmittelproduktion gelandet: Von den dort genommenen 42 Proben, die bisher in vier Bundesländern untersucht wurden, waren sieben positiv. Allerdings hält das Bundesinstitut für Risikobewertung eine Gesundheitsgefährdung auch beim längerfristigen Verzehr von fipronil-belasteten Lebensmitteln für unwahrscheinlich.

Das Fipronil wurde unzulässigerweise mit einem Desinfektionsmittel für die Geflügelhaltung vermischt. Dabei geraten die niederländischen Behörden immer mehr unter Druck: Sie hätten schon im November 2016 einen Hinweis erhalten, ihn aber nicht an die Nachbarländer weitergegeben, weil sie keine Gefährdung der Verbraucher sahen, heißt es im Berliner Ministerium. Erst am 6. Juli erfolgte die Meldung über ein EU-Netzwerk. Vermutlich gab es allein in Deutschland deutlich mehr als 10,7 Mio. belastete Eier. Das Ministerium hält deutlich höhere Zahlen aber nicht für nachvollziehbar. Dieter Keller
© Südwest Presse 26.08.2017 07:46
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