Bessere Aufklärung für Kunden

Verbraucher sollen mehr Informationen erhalten. Zum Beispiel über den Wert ihrer Lebensversicherung.
Verbraucher sollen beim Abschluss von Versicherungsverträgen besser beraten werden – und mehr Informationen über den Wert ihrer Lebensversicherung bekommen. Das sieht die Umsetzung der EU-Richtlinie über den Versicherungsvertrieb (IDD) vor, die am Freitag auf der Tagesordnung des Bundesrats stand. Verbraucherschützern geht ein Teil der Regelungen aber nicht weit genug.

Wie werden Kunden über den Stand ihrer Lebensversicherung informiert? Einmal im Jahr erhalten sie ein Schreiben der Assekuranz, das Aufschluss über den Wert ihrer Police geben soll. Nach Angaben der Bundesregierung war bisher jedoch rund ein Viertel der Mitteilungen unvollständig. Das soll sich von Juli 2018 an ändern.

Was ändert sich im Detail? Die Assekuranzen sind künftig verpflichtet, ihre Kunden unter anderem über den Rückkaufswert der Lebensversicherung zu informieren. Zudem muss die Summe genannt werden, die nach unveränderter Fortführung bei Ablauf des Vertrages gezahlt wird sowie der Betrag, den Kunden bei Verzicht auf Zahlung weiterer Beiträge erhalten würden. „Mit den neuen Pflichtangaben können Versicherte finanzielle Entscheidungen wie etwa das Behalten oder Verkaufen der Police treffen“, sagt der Chefversicherungsmathematiker der Policen Direkt-Gruppe, Henning Kühl.

Welche weiteren Neuerungen gibt es? Verbraucherschützer fordern seit längerem eine Reform der umstrittenen Restschuldversicherungen. Wenn Banken einen Kredit vergeben, verlangen sie oft, dass der Kunde eine derartige Versicherung abschließt. Diese springt ein, wenn der Darlehensnehmer arbeitslos wird oder stirbt. Restschuldversicherungen sind meist teuer. Künftig sollen Verbraucher umfassend informiert werden, insbesondere über die Kosten und mit dem Hinweis, dass der Abschluss freiwillig und nicht an den Kredit gekoppelt ist.

Was ist umstritten? Verbraucherschützer hatten auf eine klare Trennung von Honorarberatung und Provisionsvertrieb gehofft. Mischformen seien jedoch weiter möglich. Die Bezahlung auf Honorarbasis gewährleiste, dass Interessen der Verbraucher in den Mittelpunkt der Beratung gestellt würden. In der Vergangenheit hatte es immer wieder Kritik gegeben, Versicherungen würden Vermittlern – zu Lasten der Rendite – gute Provisionen zahlen, wenn sie ihre Produkte verkauften. Der Branchenverband GDV sieht in dem Gesetz dagegen ein „ausgewogenes Regelwerk für den Versicherungsvertrieb.“

Friederike Marx, dpa
© Südwest Presse 08.07.2017 07:46
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