Wo es billiger ist als hierzulande

In Bulgarien sind die Lebenshaltungskosten am geringsten. Großbritannien wird immer preiswerter.
Teures Dänemark, billiges Bulgarien: Das Preisgefälle innerhalb der Europäischen Union (EU) ist groß. In Deutschland ist das Leben zwar etwas teurer als im Schnitt der 28 Mitgliedsstaaten. Das Preisniveau der privaten Konsumausgaben lag im vergangenen Jahr nach Angaben des Statistischen Bundesamtes um 3,6 Prozent darüber. In den Nachbarländern müssen Verbraucher jedoch zum Teil deutlich tiefer in die Tasche greifen.

Am teuersten in der EU ist das Leben in Dänemark. Dort liegt das Preisniveau für Waren und Dienstleistungen einschließlich Mieten 38,7 Prozent über dem Durchschnitt, gefolgt von Irland (plus 24,6).

Am größten ist die Preisspanne in der Union bei Alkohol und Tabak. Sie variiert um mehr als das Dreifache – vor allem wegen der unterschiedlichen Besteuerung. Wein, Bier, Zigaretten und Co. kosten in Bulgarien etwa halb so viel wie im EU-Schnitt. Auch Ungarn, Polen und Rumänien sind günstiger. Irland und Großbritannien bitten Raucher und Alkoholkonsumenten dagegen kräftig zur Kasse. Finnland, Schweden und Dänemark langen ebenfalls deutlich zu.

Besonders heftig schlagen Hotelübernachtungen und Restaurantbesuche in Dänemark, Schweden und Finnland auf das Budget durch. Deutlich günstiger als im EU-Schnitt ist es für Reisende dagegen in Bulgarien, Rumänien und der Tschechischen Republik.

Insgesamt sind die Lebenshaltungskosten innerhalb der EU in Bulgarien am niedrigsten – dort müssen Verbraucher weniger als halb so viel zahlen wie im EU-Schnitt. Polen und Rumänien sind ebenfalls deutlich günstiger.

Allerdings ist der Wohlstand in der EU auch extrem ungleich verteilt. Am ärmsten sind die Bulgaren. Sie können sich Eurostat zufolge nur knapp die Hälfte dessen leisten, was dem Durchschnitt entspricht. Auch andere osteuropäischen Länder wie Kroatien, Rumänien, Ungarn und Lettland stehen am unteren Ende der Liste. Deutschland zählt dagegen zu den Wohlstandspitzenreitern, in denen Menschen sich besonders viel leisten können.

Die DZ Bank erwartet, dass die verfügbaren Einkommen der Bundesbürger dank des Konjunkturaufschwungs und der historisch günstigen Lage auf dem Arbeitsmarkt weiter steigen werden. „Allerdings ist mit einer „Rückkehr“ der Inflation zu rechnen“.

Das teuerste Land in Europa aus Verbrauchersicht ist die Schweiz, die nicht Mitglied der EU ist. Nach Angaben des Bankenverbandes BdB hat der Euro gegenüber der Schweizer Währung von 1999 bis Mitte Mai dieses Jahres 32 Prozent an Wert verloren. Gegenüber dem britischen Pfund legte die Gemeinschaftswährung dagegen um fast ein Drittel zu. dpa
© Südwest Presse 17.06.2017 07:46
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