Übernahmeangebot für SHW-Aktien

Österreichischer Unternehmer bietet 35 Euro je Aktie an
  • Eine Getriebeölpumpe von SHW für ein Doppelkupplungsgetriebe.
Um den Automobilzulieferer SHW AG scheint eine Übernahmeschlacht entbrannt. Initiator dieser Bemühungen ist laut Nachrichtenagentur dpa der Chef der in Österreich börsennotierten KTM Industries AG, Stefan Pierer.

Aalen-Wasseralfingen. Der bekannte österreichische Industrielle hat über seine Firma Swiss AG mittelbar über die vier Firmen QCP Swiss AG, QINO Capital Partners, Swissburg AG und die Ocean Consulting GmbH bereits in den vergangenen Wochen 18,91 Prozent der Anteile am Wasseralfinger Hersteller von Pumpen, Motorkomponenten und Bremsscheiben erworben. Nun will Pierer, der sich als österreichischer Unternehmer gern in die Wirtschaftspolitik seines Landes einmischt, über seine Pierer Industrie AG weitere SHW-Anteile zukaufen.

Das teilte die Pierer Industrie AG an diesem Mittwochabend mit. Im Zuge eines freiwilligen öffentlichen Übernahmeangebots bietet die Pierer Industrie AG 35 Euro je SHW-Aktie. Als Mindestannahmeschwelle wurden 30 Prozent der SHW-Aktien festgelegt. Nun können SHW-Aktionäre in den kommenden Wochen entscheiden, ob sie das Angebot annehmen. Daraufhin schnellte der Kurs der SHW-Aktie in die Höhe: Von 32,82 Euro stieg der Kurs um über zehn Prozent auf 36,20 Euro am Donnerstagvormittag an.

Zu KTM Industries zählen Motorradmarken wie KTM, Husqvarna Motorcycles und Pankl. KTM sieht sich als die am schnellsten wachsende Motorradmarke weltweit – vor BMW und Triumph. Stefan Pierer wird ab Juli Präsident des europäischen Dachverbands der Motorradhersteller. Bereits im Mai hatten Pierers Firmen anlässlich des Überschreitens der 15-Prozent-Aktienmarke erklärt, Einfluss auf die Besetzung von Verwaltungs-, Leitungs- und Aufsichtsorganen nehmen zu wollen.        Sascha Kurz

© Wirtschaft Regional 15.06.2017 12:42
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