Investor gefunden, 60 Jobs verloren

Sanierung Beim insolventen Edelstahlbauer Althammer kommt es zu einem harten Schnitt. Der Investor kommt aus Österreich.
  • Blick auf den Standort von Althammer in Heidenheim. Foto: Archiv

Heidenheim. Es kommt selten vor, dass Gewerkschaften und Insolvenzverwalter denselben Begriff nutzen. Bei der Betriebsversammlung, in der die aktuelle Althammer-Führung die rund 120 Beschäftigten über die Zukunft des Unternehmens informierte, nannten sowohl die IG Metall als auch der Insolvenzverwalter Martin Hörmann die weiteren Pläne einen „brutalen Schnitt“. Das berichtet die Heidenheimer Zeitung (HZ).

Der Schnitt fällt in der Tat heftig aus: Der österreichische Investor K Industries übernimmt die Firma des ehemaligen IHK-Präsidenten Helmut Althammer – allerdings nur die Hälfte der Mitarbeiter. Der Grund: Das originäre Geschäft des Rohrleitungsbaus wird eingestellt. „Wir haben mit 22 Interessenten verhandelt“, erklärte Hörmann laut HZ. Am Ende sei ein strategischer Investor aus der Branche übrig geblieben – eben K Industries.

Die Österreicher werden lediglich den Behälterbau und die Sonderfertigung fortführen. Althammer ist bundesweit vor allem wegen seiner Tragkörbe bekannt, die in Castor-Behältern eingesetzt werden. Diesem Bereich bescheinigt der neue Investor denn auch zukunftsfähig zu sein.

Althammer war vor einigen Monaten weger zweier gescheiterter Großprojekte in Finnland und Irland in die Insolvenz geschlittert. Der IG Metall-Bevollmächtigte Ralf Willeck übte unterdessen scharfe Kritik. Er spricht angesichts der Insolvenz von unternehmerischem Versagen: „Hier wurden unternehmerische Gepflogenheiten außer Acht gelassen“, sagte er laut HZ.

© Wirtschaft Regional 15.02.2017 18:51
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