Weleda verdient besser als im Vorjahr

Bilanz Die Weleda AG legt die Zahlen des vergangenen Jahres vor. Die Arzneimittelsparte verliert an Umsatz, der Bereich Naturkosmetika wächst. 2017 soll der Umsatz wieder zulegen.
  • Im Heilpflanzengarten von Weleda in Schwäbisch Gmünd werden Ringelblumen geerntet. Foto: Weleda

Schwäbisch Gmünd

Die Weleda AG, eigenen Angaben zufolge Weltmarktführerin für ganzheitliche Naturkosmetik und anthroposophische Arzneimittel, hat im vergangenen Jahr ihren Gesamtumsatz auf der Höhe des Vorjahres stabilisiert. Der Umsatz der Weleda-Gruppe mit Sitz in Arlesheim in der Schweiz und großem Standort in Schwäbisch Gmünd beläuft sich im Jahr 2016 wie im Vorjahr auf rund 390 Millionen Euro.

Der Umsatz mit Naturkosmetika stieg zwar weltweit um zwei Prozent auf rund 281 Millionen Euro – hierzu trugen wesentlich die Wachstumsregionen Westeuropa, Südamerika, Asien, Pazifik und Zentral-Ost-Europa inklusive Russland bei. Jedoch sanken die Erlöse mit Arzneimitteln um fünf Prozent – hauptsächlich wegen des Wegfalls des Krebsmittels Iscador in Deutschland –auf gruppenweit rund 109 Millionen Euro. Wachstumsimpulse kamen hier aus den Regionen Westeuropa, Südamerika und Asien sowie Pazifik.

Bei insgesamt gleichbleibenden Umsätzen zeigte sich das Ergebnis robust, so Weleda. Das operative Ergebnis sei gegenüber 2015 vor allem durch Marktinvestitionen für die Internationalisierung und Mehrkosten aufgrund der steigenden regulatorischen Anforderungen in der Arzneimittelsparte belastet gewesen. Zudem habe man den Bereich Forschung und Entwicklung intensiviert, was ebenfalls zu steigenden Kosten geführt habe. Das Unternehmen erwirtschaftete dennoch ein konsolidiertes Nettoergebnis, das „voraussichtlich“ über dem Niveau des Vorjahres liegen wird. Konkrete Zahlen nannte die Firma aber nicht.

Jedoch hat Weleda auch dank dieses Ergebnisses seine Schulden weiter gesenkt. Finanzverbindlichkeiten von 21 Millionen Euro (Vorjahr: 39 Mio. Euro) standen Guthaben von rund 43 Millionen Euro (53 Mio. Euro) gegenüber. Man sei „finanziell gut ausgestattet für die Aufgaben der Zukunft“, so die Firma in einer Mitteilung. Während es finanziell gut läuft, sammelte das Unternehmen zudem Preise.

Weleda wurde 2016 und 2017 mit diversen Auszeichnungen bedacht: 2016 in der Schweiz mit dem Swiss Ethics Award und in Deutschland mit dem deutschen Nachhaltigkeitspreis als nachhaltigste Marke Deutschlands. Im Januar 2017 bekam man schließlich den Sonderpreis des CSR-Preises der deutschen Bundesregierung für das nachhaltige Lieferkettenmanagement.

Für das Jahr 2017 rechnet Weleda mit „einer leichten Belebung des Geschäfts aufgrund der Einführung einiger Neuprodukte“. Geplant sind Investitionen in die Internationalisierung und Forschung und Entwicklung, die aus dem operativen Cash-flow finanziert werden. Das Wachstum des Naturkosmetikgeschäfts soll sich in den nächsten Jahren auf dynamische Märkte, wie zum Beispiel die Regionen Südamerika und Nordamerika verlagern.

© Wirtschaft Regional 15.02.2017 18:51
1475 Leser
Ist dieser Artikel lesenswert?