Kommentar Rolf Obertreis zum Verkauf von Opel

Tritt vors Schienbein

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Am Ende sind es wohl die Briten, die für den Verkauf von Opel verantwortlich sind. Sie haben sich für den Brexit entschieden und bescheren dem traditionsreichen deutschen Autohersteller mit seiner britischen Schwestermarke Vauxhall dicke Verluste. Das können die Rüsselsheimer selbst mit sehr guten neuen Modellen und einem höheren Absatz nicht ausgleichen. Zumal Opel die Märkte in Russland und in der Türkei faktisch weggebrochen sind.

Dabei ist es unter dem agilen Firmenchef Karl-Thomas Neumann und der pfiffigen Marketing-Chefin Tina Müller in den letzten drei Jahren gut gelaufen. Die Stimmung hat sich aufgehellt. Und jetzt dieser Tritt vors Schienbein, für den mutmaßlich wieder Tausende mit dem Verlust ihres Jobs bezahlen müssen.

Schließlich geht es darum, Synergie-Effekte zu erzielen. Zudem stehen die Hersteller vor erheblichen Aufwendungen und Umstellungen im Blick auf die Elektromobilität. Opel ringt schon jetzt mit der Auslastung der Fabrik in Eisenach. Und auch in Kaiserslautern würde die Unsicherheit wachsen.

Bei Opel drohen acht Jahre nach dem Beinahe-Verkauf an Magna-Gruppe wieder höchst unruhige und unangenehme Zeiten. Und das in einer Phase, in der man eigentlich mit so vielen neuen Modellen glänzen will, wie nie zuvor in der mehr als 150jährigen Geschichte des Unternehmens. Rolf Obertreis
© Südwest Presse 15.02.2017 07:46
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