Vögele-Filialen vor Verkauf

Neuausrichtung Nach der Übernahme von Vögele durch italienische Investoren entscheidet sich nun die Zukunft der drei Vögele-Häuser im Ostalbkreis.
  • Wer künftig Mieter in der Aalener Vögele-Filiale im Kinopark sein wird, ließ das Unternehmen offen. Foto: hag
  • Dem Vernehmen nach soll die Vögele-Filiale im Gmünder Taubental von Upim übernommen werden. Foto: Tom

Aalen/Schwäbisch Gmünd/Bopfingen

Die Schweizer Textilkette Charles Vögele gibt ihr Deutschland-Geschäft mit 284 Filialen auf. Das ist seit Monaten klar. Was mit den Filialen in Aalen, Gmünd und Bopfingen wird, steht noch nicht endgültig fest. Sie könnten sich ab dem zweiten Quartal unter dem Dach der Ketten Upim, Tedi, Woolworth oder Kik wiederfinden.

Hintergrund: Im Dezember 2016 wurde die Schweizer Charles Vögele AG zu über 95 Prozent vom italienischen Anbieter Sempione Retail, der zum Modekonzern OVS gehört, aufgekauft. Die Italiener sind selbst an den Niederlassungen in der Schweiz, Österreich, Ungarn und Slowenien interessiert. In Deutschland sollen lediglich 84 Filialen von der italienischen Textilkette Upim übernommen werden. Upim gehört ebenfalls zum OVS-Konzern und vertreibt im unteren Preissegment italienische Mode.

Es ist deshalb davon auszugehen, dass sich die Italiener die für sie passenden Rosinen aus den 284 Vögele-Filialen herausgepickt haben. Nach unbestätigten Medieninformationen soll die Gmünder Filiale in der Taubentalstraße 2 dazu gehören und von Upim übernommen werden. Wie für alle anderen deutschen Filialen auch, sollen die Mietverträge abgeschlossen werden und der Verkauf im zweiten Quartal 2017 über die Bühne gehen.

Wie Kik und Woolworth bestätigten, steht die Anzahl der bisherigen Vögele-Filialen fest, die von den beiden Filialisten übernommen werden. Demnach wird Kik 60 Dependancen – vor allem in Süddeutschland gelegen – übernehmen. Wo genau, ist noch genauso unklar, wie ob dazu auch die Filialen in Aalen und Bopfingen gehören. In Aalen befinden sich bereits zwei Kik-Filialen: eine im Industriegebiet West, die andere im E-Center-Gebäude im Hasennest. Deshalb ist wohl eher damit zu rechnen, dass eine andere Handelskette zum Zuge kommt.

Woolworth beispielsweise hatte im Januar bestätigt, dass 44 Vögele-Filialen übernommen werden sollen. Der Filialist Tedi ließ sich wiederum am wenigsten in seine Übernahme-Karten blicken. Das Unternehmen nannte nicht mal eine absolute Zahl, wie viele Filialen übernommen werden sollen.

Die Mitarbeiter erhalten Angebote zur Weiterbeschäftigung.

Vögele-Firmensprecherin

Mitarbeiter erhalten Angebot

Wie eine Vögele-Sprecherin bestätigte, wurde den Mitarbeitern in den von Kik, Woolworth und Tedi zu übernehmenden Filialen die „Möglichkeit auf Weiterbeschäftigung angeboten“ . Nach ebenfalls unbestätigten Presseinformationen soll diese Klausel auch auf die Mitarbeiter der künftigen Upim-Filialen zutreffen, was gut für Gmünd wäre.

Neben den drei Filialen in Gmünd, Aalen und Bopfingen unterhält Vögele in der Region Standorte in Heidenheim, Giengen und Nördlingen.

Die Finanzen der Vögele-Gruppe waren in den vergangenen Jahren angespannt. Für 2015 hatte der gesamte Konzern einen Verlust von insgesamt 62 Millionen Schweizer Franken ausgewiesen. Die Deutschland-Tochter von Vögele, die ihren Sitz in Sigmaringen hat, weist laut Bundesanzeiger sogar einen einen Schuldenstand von fast 300 Millionen Euro aus. Der Umsatz lag im Jahr 2015 bei gerade mal rund 237 Millionen Euro, unterm Strich blieb ein Plus von nur 1,5 Millionen Euro übrig.

© Wirtschaft Regional 13.02.2017 18:47
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