„Betrieb lange schlecht finanziert“

Lindenfarb Die IG Metall und der Betriebsrat wollen für die Arbeitsplätze kämpfen. Die Tarifbindung soll erhalten bleiben.

Aalen-Unterkochen. Am vergangenen Freitag hatte der Textilveredler Lindenfarb den Antrag auf Sanierung in Eigenverwaltung gestellt. 400 Mitarbeiter sind von der finanziellen Schieflage betroffen. Nun meldet sich die Arbeitnehmerseite zu Wort: IG Metall und Betriebsrat wollen um jeden Arbeitsplatz kämpfen.

Die Aalener IG Metall gibt sich optimistisch, dass die Sanierung des Traditionsunternehmens gelingt. „Unser Ziel ist, alle Arbeitsplätze zu erhalten. Gemeinsam mit dem Sachwalter und der neuen Geschäftsführung wollen wir in den kommenden drei Monaten ein zukunftsfähiges Konzept erarbeiten“, sagt Cynthia Schneider, zuständige Gewerkschaftssekretärin bei der IG Metall Aalen.

Nach Ansicht der Gewerkschaft und des Betriebsrats müsse die innerbetriebliche Struktur verändert und Investitionen getätigt werden – und das ohne Verlust der Tarifbindung. Schneider brachte auch mögliche neue Investoren ins Spiel. „Der Betrieb war seit Jahren unterfinanziert, es gab mehrere Ergänzungstarifverträge. Die Belegschaft hatte beispielsweise 2015 auf das Weihnachtsgeld verzichtet“, berichtet Schneider. „Die Belegschaft steht hinter dem Unternehmen. Bislang wurde konstruktiv mit der Geschäftsleitung nach Lösungen gesucht“, sagt Lifa-Betriebsratsvorsitzende Katja Kalkreuter.

© Wirtschaft Regional 05.12.2016 20:25
1698 Leser
Ist dieser Artikel lesenswert?