Kritik an Wahl der IHK

Kammer setzt sich gegen Rainer Horlachers Ansichten zur Wehr
  • Der Sitz der IHK Ostwürttemberg in Heidenheim. Foto: IHK
  • Klaus Moser entgegnet der Kritik mit deutlichen Worten.
Am Freitag hatte die IHK-Vollversammlung Michaela Eberle zur neuen Hauptgeschäftsführerin gewählt. Der Hüttlinger Unternehmer Rainer Horlacher hat nun das Vorgehen der Kammer im Vorfeld scharf kritisiert. Die IHK wehrt sich dezidiert gegen die Vorwürfe.Heidenheim. „Diese Wahl war eine Farce.“ So drastisch hat Rainer Horlacher, Inhaber des Modegeschäfts Hot Jeans in Hüttlingen, die Ernennung von Michaela Eberle zur Hauptgeschäftsführung kommentiert. Sie sei mit demokratischen Ansprüchen nicht vereinbar. Das Präsidium der IHK hatte in der nicht-öffentlichen Sitzung der Vollversammlung am vergangenen Donnerstag einzig Michaela Eberle als Kandidatin vorgestellt. Das Gremium wählte die langjährige IHK-Mitarbeiterin mit 23 zu 7 Stimmen zur neuen Chefin. Dass der Vollversammlung keine Alternative zu Eberle vorgestellt wurde, erzürnt nun dessen Mitglied Horlacher. Das Gremium habe nur noch „die ehrenvolle Aufgabe gehabt, eine bereits getroffene Entscheidung des Präsidiums abzunicken“. Horlacher gehört bereits seit Jahren zu den zähesten Kritikern der IHK.
Die Kammer in Heidenheim wies die Vorwürfe zurück. Die Hauptgeschäftsführerstelle sei überregional ausgeschrieben gewesen. Mehr als 120 Kandidaten hatten sich beworben, eine professionelle Personalagentur hatte sich im Auftrag der Kammer auf die Suche gemacht. Im Juni war die Findung nochmals verschoben worden. Von den am Ende empfohlenen Kandidaten hatte einzig Michaela Eberle das Präsidium überzeugt. „Für die Sitzung am 8. September hat das Präsidium der IHK-Vollversammlung deshalb nur einen Personalvorschlag zur Wahl unterbreitet. Das Präsidium hat sich zu diesem, auch bei anderen Organisationen völlig üblichen Verfahren entschlossen“, sagt Klaus Moser vier Tage nach der Wahl.
Damit sollte kein reiner „Zählkandidat“ ins Rennen geschickt werden, nachdem das Präsidium von der bisherigen Leiterin Standortpolitik als bestens geeignete Kandidatin überzeugt war, betont der scheidende Hauptgeschäftsführer. Vorwürfe Horlachers, die IHK habe „die hoch bezahlte Hauptgeschäftsführerstelle mit einer willigen Marionette aus den eigenen Reihen besetzt“, konterte Moser kühl. Horlacher bezeichnet er als „Dauerkritiker und organisierter Gegner der IHK“. Er versuche, das gewählte Präsidium der IHK anzugreifen und gleichzeitig die neue Hauptgeschäftsführerin zu beleidigen. „Eine neue Stufe des persönlichen Feldzugs, den Rainer Horlacher seit Jahren gegen die IHK führt“, sagt Moser dezidiert.
Klaus Moser geht auf das Wahlverfahren ein. „Rainer Horlacher hat mit den anderen Vollversammlungsmitgliedern das Präsidium per Abstimmung mit der Nachfolgesuche beauftragt. Das Präsidium hatte den Auftrag übernommen und sich eingehend mit den von der Personalberatung vorgeschlagenen Personen befasst. Das sechsköpfige Präsidium hat mit allen geeigneten Kandidaten jeweils einstündige vertrauliche Gespräche geführt und sich über deren Qualifizierung informiert“, erläutert er. Über das laufende Verfahren sei in diversen Vollversammlungen von IHK-Präsident Carl Trinkl berichtet worden.
Die intensive Beschäftigung mit allen Bewerbern, das Recht jedes Bewerbers auf Diskretion sowie das notwendige Vertrauen, das „gerade das Präsidium durch seine enge Zusammenarbeit mit der hauptamtlichen Leitung haben muss“, seien ausschlaggebend gewesen. Die Abstimmung vom Freitag schicke Eberle „mit einer überzeugenden Mehrheit ins neue Amt“, sagt Moser.
© Wirtschaft Regional 12.09.2016 16:51
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