Mindestlohn: 50 000 Billigjobs umgewandelt

Mit der Einführung des Mindestlohns sind nach Erkenntnissen von Arbeitsmarktforschern zum Jahresbeginn 2015 mehr als 40 000 Billigjobs dauerhaft weggefallen. Rund 50 000 wurden dagegen in reguläre Arbeitsplätze umgewandelt, wie aus einer im Internet veröffentlichten aktuellen Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervorgeht. Manche Konjunkturforscher hatten wegen des gesetzlichen Mindestlohns von 8,50 EUR pro Stunde mit weit größeren Jobverlusten gerechnet.

Die Denkfabrik der Bundesagentur für Arbeit (BA) hat zunächst nur Entwicklungen im ersten halben Jahr untersucht. "Wie die mittel- und langfristigen Effekte des Mindestlohns auf dem Arbeitsmarkt aussehen, können wir im Moment noch nicht sehen", räumte IAB-Projektleiter Philipp vom Berge ein.

Nach Erkenntnissen der Nürnberger Arbeitsmarktforscher sank die Zahl der geringfügig entlohnten Männer und Frauen von Dezember 2014 auf Januar 2015 um 456 620. Der Rückgang fiel damit um 102 000 Beschäftigte größer aus als im Vergleichszeitraum 2013/2014.

Die Hoffnung der Mindestlohnbefürworter, die Anhebung der Lohnuntergrenze auf 8,50 EUR werde zu einem starken Rückgang der Hartz-IV-Aufstocker führen, hat sich nach IAB-Erkenntnissen zunächst nicht bestätigt. Die Zahl der Aufstocker sei im Januar 2015 nur leicht gesunken, berichtete vom Berge.
© Südwest Presse 21.01.2016 07:45
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