IG Metall gibt sich angriffslustig

Im fünften Jahr in Folge mehr Mitglieder
Die IG Metall fühlt sich nach erneutem Mitgliederzuwachs stark. Vor allem tarifungebundene Unternehmen sollen unter Druck gesetzt werden.Die IG Metall will in der anstehenden Tarifrunde nicht nur Einkommenssteigerungen durchsetzen, sondern sehr gezielt auch auf die Einbindung von bislang nicht tarifgebundenen Betrieben zielen. "Wir können zwar kein Unternehmen zwingen, in den Arbeitgeberverband zu gehen, aber wir können unsere Forderung jedem Betrieb unterbreiten", sagte IG Metall-Chef Jörg Hofmann auf der Jahres-Pressekonferenz. Es gehe um mehr Gerechtigkeit bei der Entlohnung. Hofmann zufolge gibt es zwischen tarifgebundenen und ungebundenen Unternehmen Einkommensdifferenzen von bis zu 20 Prozent.

Die Gewerkschaft habe für ihre Forderung die notwendige Stärke, auch weil die Zahl Mitglieder 2015 im fünften Jahr in Folge wieder gestiegen ist - mit mehr als 2,27 Mio. auf den höchsten Stand seit mehr als zehn Jahren. Dies hat der weltgrößten Einzelgewerkschaft Beitragseinnahmen von 533 Mio. EUR in die Kassen gespült, fast 18 Mio. EUR mehr als im Jahr zuvor. Brutto konnte die IG Metall 2015 knapp 120 600 Mitglieder gewinnen, netto waren es 4462, was ein Plus von 0,2 Prozent bedeutet.

Hofmann führt das Wachstum auf die erfolgreiche Tarifrunde 2015, auf die Bemühungen um Leiharbeiter und Werksvertrags-Beschäftigte und das wachsende Interesse junger Menschen zurück. "42 Prozent unserer neuen Mitglieder sind junge Menschen unter 27 Jahren", betont Benner. Zudem habe man mehr als 16 000 Leiharbeiter und Werkverträgler gewinnen können.

Konkrete Angaben zur Tarifrunde machte Hofmann nicht. Wichtiges Ziel bleibt das von der Koalition in Berlin versprochene Gesetz zu Leiharbeit und Werkverträgen. Entscheidend sei auch, dass sich die Bundesregierung endlich klar zur Elektromobilität bekennt.

Die IG Metall im Südwesten hat 2015 ihre Mitgliederzahl zum fünften Mal in Folge gesteigert. Ende 2015 zählte die Gewerkschaft 431 000 Mitglieder - ein Plus von 3690 oder 0,9 Prozent. Die Zahl der Neuaufnahmen habe mit 27 700 den höchsten Stand seit 20 Jahren erreicht. Die Mitgliederzahl von vor zehn Jahren mit mehr als 441 000 Mitglieder im Südwesten wurde damit noch nicht wieder erreicht. Fast jedes fünfte Gewerkschaftsmitglied der IG Metall kommt aber aus Baden-Württemberg.
© Südwest Presse 21.01.2016 07:45
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