Banken wollen Flüchtlingen Konto anbieten

Die deutschen Privatbanken sind bereit, auch Flüchtlingen Bankkonten einzurichten. "Aber wir wollen das nicht in fahrlässiger Art und Weise tun", sagt Jürgen Fitschen, Präsident des Bundesverbandes Deutscher Banken (BdB). Angesichts der mitunter problematischen Identifizierung der Antragsteller, steckten die Banken im Dilemma. Sollten Konten missbraucht werden, etwa für Geldwäsche, könnten die Institute vor allen in den USA Probleme bekommen. Eine Lösung für dieses Dilemma habe er aber nicht.

Generell, so Fitschen, müsse alles getan werden, zu verhindern, dass das Thema Flüchtlinge in Deutschland zu Fremdenfeindlichkeit führe. "Das Thema berührt auch uns."

Offen sind die Banken auch gegenüber jungen FinTechs-Unternehmen, die sich mit neuen, unkonventionellen und von der Digitalisierung getriebenen Möglichkeiten auf einzelne Felder der Banken wagen. Fitschen sieht diese Firmen durchaus als Konkurrenten, in erster Linie aber könnten sich beide Seiten ergänzen: "Traditionelle Banken und FinTechs sollen stärker voneinander profitieren."

Künftig sollen FinTechs außerordentliche Mitglieder des Verbandes sein können. Auch soll ein gemeinsamer Steuerungskreis eingerichtet werden. "Wir werden beide sicher nicht dümmer, wenn wir miteinander reden", sagt Fitschen.
© Südwest Presse 13.11.2015 07:45
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