Anreize für mehr Börsengänge junger Firmen

Jungen Wachstumsfirmen in Deutschland soll der Gang an die Börse als Finanzierungsquelle erleichtert werden. Mit steuerlichen Anreizen für Risikokapitalgeber, vorbörslichen Plattformen und weniger Auflagen wollen Bundesregierung und Finanzwirtschaft mehr Hightech-Firmen für den Gang auf das Börsenparkett fit machen. Ein neues Marktsegment speziell für Start-ups nach dem Vorbild des gescheiterten "Neuen Marktes" ist aber weiter kein Thema. Börsenmanager halten dies für unnötig.

"Mit gerade einmal drei Börsengängen von Technologieunternehmen jeweils im letzten und in diesem Jahr haben wir vor allem im Vergleich mit angelsächsischen Ländern zu wenige solcher Börsengänge", sagte Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) in Berlin. Damit werde Deutschland dem Anspruch einer modernen innovativen Industrienation nicht gerecht.

Die Unternehmerin Susanne Klatten forderte, der Börsenstandort Deutschland sollte pro Jahr durchschnittlich 15 bis 20 Börsengänge von Wachstumsunternehmen anstreben. An Ideen mangele es in Deutschland nicht. Nötig seien bessere Rahmenbedingungen, sagte die Anteilseignerin mehrerer Industrieunternehmen. Ein Expertenkreis schlägt vor, den Freiverkehr als nicht öffentlich reguliertes Börsensegment für die Bedürfnisse junger Wachstumsunternehmen weiter zu entwickeln.
© Südwest Presse 26.09.2015 07:45
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