BWIHK fordert mehr Teststrecken für Gigaliner

Beim Umgang mit Riesen-Lastwagen muss Baden-Württembergs Landesregierung aus Sicht des Industrie- und Handelskammertags nachbessern. Die bisher festgelegten Teststrecken seien ein "Minimalbetrieb", der längst nicht ausreiche, sagte der Chef von Baden-Württembergs Industrie- und Handelskammertag (BWIHK), Peter Kulitz, am Donnerstag in Stuttgart.

Die bis zu 25,25 Meter langen Fahrzeuge sind aus Sicht der Wirtschaft ein wichtiger Schlüssel, um relativ kostengünstig mehr Fracht zu transportieren. Insbesondere der Autohersteller Daimler setzt sich dafür ein. Die grün-rote Landesregierung sieht das Thema Gigaliner hingegen eher verhalten, weil die angestrebte Verlagerung des Frachtverkehrs von der Straße auf die Schiene dadurch verlangsamt werden könnte.

BWIHK-Chef Kulitz wirft Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) vor, falsche Prioritäten zu setzen und die Entwicklung der Wirtschaft zu behindern. Erst im Juli hatte sich Baden-Württemberg einem Feldversuch anderer Bundesländer angeschlossen.

Auch beim Thema Straßennetz ist Manager Kulitz unzufrieden mit der Landesregierung. "Dem Erhalt so deutlich Vorrang vor Neubau einzuräumen, wird dem Bedarf der Wirtschaft keineswegs gerecht", moniert Kulitz, der auch Präsident der IHK Ulm ist.
© Südwest Presse 25.09.2015 07:45
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