70 Millionen für Milchbauern und Schweinemäster

Deutschlands Bauern sollen 69,2 Mio. EUR der 500 Mio. EUR EU-Hilfsgelder für Landwirte erhalten. Das hat die EU-Kommission in Luxemburg mitgeteilt, wo sie den europäischen Agrarministern Details der geplanten Hilfen vorstellte. Das Geld soll vor allem Milchbauern und Schweinefleisch-Produzenten helfen, die unter niedrigen Preisen leiden. Die zweitgrößte Summe soll mit 62,9 Mio. EUR an Frankreich fließen, auf Platz drei folgt Großbritannien mit 36,1 Mio. EUR.

Der Großteil des Geldes wird je nach Umfang der Milchproduktion im Vorjahr an die Staaten verteilt, ein Fünftel der Mittel wird auf Grundlage anderer Faktoren an die Hauptstädte gegeben. Dabei spielen die Höhe des Milchpreises, die Höhe des Preises für Schweinefleisch und das russische Einfuhrverbot für Schweinefleisch sowie die Auswirkungen der Dürreperiode in diesem Sommer eine Rolle.

Die rund 80 000 Milchbauern in Deutschland kämpfen damit, dass der Milchpreis in den vergangenen Monaten von rund 40 Cent pro Kilo Rohmilch auf unter 30 Cent gesunken ist. Der Preisverfall ist Folge eines Überangebots von Milch, da Russland wegen der Ukraine-Krise ein Einfuhrverbot für europäische Agrarprodukte verhängt hat, weil die Nachfrage aus China gesunken ist und die EU-Milchquote im Frühjahr abgeschafft wurde. Schweinefleisch aus Europa führt Russland schon länger nicht mehr ein.
© Südwest Presse 16.09.2015 07:45
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