Daimler baut das Werk in Rastatt aus

Daimler investiert eine Milliarde Euro in den Standort Rastatt. Dafür müssen die Mitarbeiter beim Sparen helfen. Wie das geschieht, ist noch offen.Der Autokonzern Daimler investiert nun auch in den Standort Rastatt. 1 Mrd. EUR soll bis 2020 in das Kompaktwagenwerk in Rastatt gesteckt werden, wie Werkleiter Stefan Abraham ankündigte.

Die geplante Generation Kompaktwagen werde an dem Standort gefertigt. Dafür werden an dem Standort mit bislang rund 6500 Mitarbeitern 250 Arbeitsplätze geschaffen. Im Gegenzug soll ein dreistelliger Millionen-Euro-Betrag eingespart werden - wie hoch die Summe genau ausfällt, ließ Abraham offen.

Die Einsparungen sollen unter anderem durch flexiblere Arbeitszeiten wie spontane Zusatzschichten und Auslagerung von Aufgaben an Dritte in Bereichen wie Rohbau, Vormontage und Logistik zustande kommen.

Es gebe klare Regeln für die Fremdvergabe, sagte der Rastatter Betriebsratschef Ullrich Zinnert. Mitarbeiter, deren Aufgaben neu vergeben würden, unterstünden einem Kündigungsschutz und dürften im Gehalt nicht schlechter gestellt werden.

Die 250 neuen Arbeitsplätze sollen mit Mitarbeitern aus der Leiharbeit besetzt werden, sagte Zinnert. In Rastatt arbeiten etwa 440 Leiharbeiter. Das sind an dem Standort mehr als die bei Daimler konzernweit vereinbarten 8 Prozent der in der Produktion Beschäftigten. Wichtig sei für den Standort, dass die Produktion nun ausgeweitet werde, so Zinnert. Nur auf diese Weise könne die Wirtschaftlichkeit sichergestellt werden.

2014 produzierte Daimler gut 293 000 Fahrzeuge in Rastatt. Das Kompaktwagensegment, zu dem unter anderem Daimlers A- und B-Klasse sowie der sportliche CLA und der Geländewagen GLA gehören, war im vergangenen Jahr mit einem Plus von knapp 25 Prozent das erfolgreichste des Autobauers.

In Rastatt soll nun auch die nächste Generation von Kompaktwagen gefertigt werden, die voraussichtlich bis zum Jahr 2018 auf den Markt kommt.

Einen genauen Zeitpunkt nannte Daimler bislang nicht. Der Autohersteller baut aber zusammen mit Renault Nissan ein Werk in Mexiko. Dort soll 2018 eine neue Generation von Kompaktwagen vom Band rollen. Üblicherweise beginnt Daimler die Produktion neuer Modelle an den deutschen Leitwerken - im Falle von Kompaktwagen in Rastatt.

Daimler hat inzwischen für fast alle Standorte seiner Pkw-Sparte solche "Zukunftskonzepte" entworfen, nur Hamburg steht noch aus.

Insgesamt kündigte Daimler in diesem Zuge Investitionen von rund 3,7 Mrd. EUR an. Der Stammsitz in Untertürkheim soll neu aufgestellt und zum Leitwerk für CO2-effiziente Technologien wie Hybrid umgebaut werden.
© Südwest Presse 01.07.2015 07:45
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