Erfinder von Playmobil gestorben

  • Horst Brandstätter entwickelte 1974 die Playmobil-Figuren. Foto: dpa
Hinter dem Schreibtisch des Unternehmers Horst Brandstätter wachte ein mannshoher Indianer. Jetzt ist der Playmobil-Erfinder gestorben.Playmobil bestimmte sein Leben. Der Gedanke an die kleinen Plastikfiguren ließ Horst Brandstätter auch im hohen Alter nicht los. Zwar hatte sich der Alleininhaber eines der größten deutschen Spielwarenproduzenten bereits vor mehreren Jahren aus dem Tagesgeschäft zurückgezogen, doch die Leitlinien in der Zirndorfer Firmenzentrale bestimmte er weiterhin als Vorstandschef einer Unternehmensstiftung mit. Bereits am vergangenen Mittwoch ist Brandstätter im Alter von 81 Jahren gestorben, wie eine Firmensprecherin gestern mitteilte.

Angetrieben wurde Horst Brandstätter vor allem von seinem Pflichtbewusstsein. "Ich musste mich in die Firma einarbeiten und meine Aufgabe erfüllen. Das war mir vorgegeben" - so nüchtern charakterisierte er selbst seinen Werdegang. Einfach war dieser Weg nicht immer: "So ein Unternehmen ist mit Sicherheit eine Belastung. Aber damit muss man leben."

Geboren am 27. Juni 1933 im mittelfränkischen Zirndorf, hatte der Sohn eines Spielwarenfabrikanten im Alter von sieben Jahren den Tod des Vaters zu verkraften. Nach einer Lehre als Formenbauer stieg "HOB", wie ihn seine Angestellten nannten, in das Familienunternehmen Geobra Brandstätter ein. Nach und nach stiegen die Verwandten aus. Brandstätter setzte auf Kunststoff statt auf Metallspielzeug. Bei Hula-Hoop-Reifen stieg das Unternehmen 1958 zum europäischen Marktführer auf. Mit der Ölkrise Anfang der 70er wurde Plastik teuer, und Brandstätter ließ ein Systemspielzeug entwickeln. Die Idee: Viele einzelne Bestandteile lassen eine Miniaturwelt entstehen. Damit begannen 1974 die Playmobilfiguren ihren Siegeszug. Ihre enorme Beliebtheit trieb den Umsatz der Gruppe zuletzt auf 595 Mio. EUR.
© Südwest Presse 09.06.2015 07:45
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