USA erlauben Shell Bohrungen in der Arktis

Seit Jahren will Shell in der Arktis nach Öl und Gas bohren. Jetzt gibt eine US-Behörde grünes Licht. Sofort werden Demonstrationen angekündigt.Das heftig umstrittene Arktis-Projekt des Rohstoffriesen Shell hat eine große Hürde genommen: Die zuständige US-Behörde stimmte der Förderung von Öl und Gas unter Auflagen zu. Es ist ein Erfolg für den britisch-niederländischen Konzern, der sich seit Jahren um die Erlaubnis bemüht, und eine empfindliche Niederlage für Umweltschützer. Allerdings fehlen noch weitere Zulassungen.

Shell will in der Tschuktschensee an bis zu sechs Stellen in relativ flachem Wasser bohren. Es soll bereits im Sommer losgehen. Andere Investitionen hat Vorstandschef Ben van Beurden wegen des niedrigen Ölpreises hinten angestellt. Die Bodenschätze in der Arktis blieben aber oben auf der Agenda.

Nach Schätzungen der US-Energieagentur EIA könnten in der Region etwa 22 Prozent der weltweiten noch unentdeckten Öl- und Gasreserven liegen.

Umweltschützer befürchten unumkehrbare Schäden in dem empfindlichen Ökosystem der Arktis. "Diese Entscheidung stellt das große Ölgeschäft über die Menschen und setzt die Tier- und Pflanzenwelt der Arktis - und die Gesundheit unseres Planeten - aufs Spiel", kommentierte die Umweltschutzorganisation Earthjustice. Shellno, eine lokale Kampagne aus Seattle, will ab Samstag unter dem Motto "You Shell not Pass!" (Du wirst nicht durchkommen) Tausende Mitstreiter für einen dreitägigen Protest mobilisieren.

"Es gibt keine bewährte Methode, einer Ölpest im eisigen arktischen Wasser zu begegnen", sagte Susan Murray von der Organisation Oceana. Das Vorhaben von Shell sei riskant und unausgereift.

Auch Greenpeace kämpft seit Jahren dafür, dass die Arktis frei von Bohrschiffen und -inseln bleibt. "Wissenschaftlich bewiesen ist, dass Öl aus der Arktis im Boden bleiben muss, wenn wir unter einer globalen Erwärmung von zwei Grad Celsius bleiben wollen", teilte Arktis-Expertin Larissa Beumer von der Umweltschutzorganisation mit. Zudem machten die extremen Bedingungen der Arktis einen Ölunfall sehr wahrscheinlich.
© Südwest Presse 13.05.2015 07:45
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