Onlinehändler verzichten oft auf das Energielabel

Zahlreiche Onlinehändler geben bei neuen Elektrogeräten nicht das Energielabel an, obwohl dies seit Jahresanfang vorgeschrieben ist. Nur ein Teil der Anbieter hält sich an die neuen Regeln, wie eine Untersuchung des Verbraucherzentrale Bundesverbands (VZBV) und des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) ergab. Lediglich ein Drittel der 20 untersuchten Onlineshops stellte den Verbrauchern demnach alle Informationen zur Verfügung.

Seit Anfang des Jahres müssen auch Onlinehändler bei Elektrogeräten, die ab diesem Jahr auf den Markt gekommen sind, das Energielabel und das Produktdatenblatt mit weiterführenden Informationen im Internet anzeigen. Bislang war dies nur für den Einzelhandel Pflicht. Zuvor mussten online lediglich einige Informationen wie die Effizienzklassen angegeben werden.

"Verbraucher sollten beim Kauf im Internet immer darauf achten, dass das Energielabel angegeben ist", riet VZBV-Energiereferentin Johanna Kardel. Das sei nicht nur eine Entscheidungshilfe, sondern auch ein Qualitätsmerkmal des Händlers. Die Verbraucherexpertin räumte zugleich ein, dass die Verwirrung allerdings noch groß sei. Neben dem aktuellen Energielabel fänden sich parallel entweder veraltete oder gar keine Angaben zum Energieverbrauch der Produkte, weil dies laut Gesetz erst zwingend für neuartige Geräte gilt.
© Südwest Presse 22.04.2015 07:45
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