Hypo Alpe Adria wird für Institute noch teurer

Die Auflösung der österreichischen Krisenbank Hypo Alpe Adria belastet den deutschen Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate (HRE/München) noch mehr als bislang erwartet. Im ersten Quartal schrieb die Deutsche Pfandbriefbank, in der das HRE-Kerngeschäft gebündelt ist, den Wert ihrer Forderungen um weitere 79 Mio. EUR ab.

Damit folgte die verstaatlichte Bank einer Empfehlung der Finanzaufsichtsbehörden, die den betroffenen Banken Abschreibungen in Höhe von 50 Prozent ihrer Engagements bei der österreichischen Abwicklungsanstalt der Hypo Alpe Adria nahegelegt hatte.

Auch andere deutsche Banken, die von dem Debakel in Österreich betroffen sind, dürften wegen der Ansage der Europäischen Zentralbank in den kommenden Wochen noch einmal den Rotstift ansetzen.

Österreich hatte die Hypo Alpe Adria 2014 aufgelöst und die Reste in eine Abwicklungsanstalt namens Heta gegeben. Nachdem dort ein Milliardenloch auftauchte, wurde auch diese Abwicklungsanstalt Anfang März stillgelegt, und Schuldenauszahlungen an die Gläubiger wurden gestoppt. Davon sind deutsche Banken und Versicherer betroffen, die nun um Forderungen in jeweils dreistelliger Millionenhöhe bangen. Seit Wochen sorgt das Vorgehen im Nachbarland für Empörung im deutschen Finanzwesen. Erste Klagen wurden bereits beim Landgericht Frankfurt eingereicht.
© Südwest Presse 17.04.2015 07:45
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