Verarbeitetes Fleisch ebenfalls kennzeichnen

Seit dem 1. April erfahren Konsumenten mehr über die Herkunft von frischem verpackten Fleisch. Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg kritisiert an dieser Vorschrift aber, es würden verarbeitete Fleischprodukte wie Wurst, Lasagne oder mariniertes, gewürztes Fleisch weiterhin von der Kennzeichnung ausgenommen.

Demnach müsse laut der neuen europaweiten Regelung bei den Fleischarten Schwein, Geflügel, Schaf und Ziege beispielsweise die Hinweise "aufgezogen und geschlachtet in Deutschland" stehen". Bei Hackfleisch allerdings gelte diese Kennzeichnungspflicht nicht: Hier reiche eine Angabe wie "aufgezogen und geschlachtet in der EU".

Verarbeitetes Fleisch schließlich müsse gar nicht gekennzeichnet werden, kritisiert die Verbraucherzentrale. Dabei entschieden sich immer mehr Menschen beim Einkauf für Fleisch, das ihren Wünschen, etwa nach regionaler Tierhaltung oder kurzen Transportwegen, entspricht; sie wollen laut Verbraucherzentrale auf dem Etikett oder an der Fleischtheke erkennen, woher das Lebensmittel stammt und wo es weiterverarbeitet wurde.

Diese Erwartungen solle die EU-Kommission ernst nehmen und die Herkunftsangabe auch auf verarbeiteten Lebensmitteln verpflichtend vorschreiben, die Fleisch als Zutat enthalten, fordert die Verbraucherzentrale.
© Südwest Presse 02.04.2015 07:45
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