Franz verabschiedet sich mit starken Zahlen

Lufthansa-Chef sieht den Kranich auf gutem Kurs - Unerwartet hohes Jahresergebnis
  • Blitzblank poliert wird dieses Flugzeug der Lufthansa. Auch die Bilanz hat gegenüber dem Vorjahr wieder an Strahlkraft gewonnen. Foto: dpa
Lufthansa-Chef Christoph Franz legte zum Ende seiner Amtszeit eine gute Bilanz vor. Davon werden auch die Aktionäre der Airline profitieren: Es gibt wieder eine Dividende, wohl auch in den kommenden Jahren.Wieder eine Dividende, ein unerwartet gutes Ergebnis und ein vor allem im Passagiergeschäft wieder auf Kurs fliegende Airline: Christoph Franz verabschiedet sich mit einer respektablen Bilanz von der Lufthansa. Zum 1. Mai wechselt der Vorstandschef - nach zweieinhalb Jahren an der Spitze - zum Schweizer Pharmakonzern Roche und übergibt das Steuer an Carsten Spohr. Seine auch persönliche Bilanz: "Das Unternehmen hat spürbar an Dynamik gewonnen und ist für kommende Aufgaben gerüstet. Der Turnaround ist gelungen."

Das Betriebsergebnis sank zwar im vergangenen Jahr um 17 Prozent auf 697 Mio. EUR und der Nettogewinn sogar um 75 Prozent auf 313 Mio. EUR. Aber im Jahr zuvor hatte Lufthansa hohe einmalige Erträge verbucht. Analysten hatten zudem deutlich geringere Ergebnisse erwartet. Die Aktionäre sollen nach einem Jahr Pause wieder eine Dividende von 45 Cent je Aktie erhalten. Sie können sich in Zukunft auf weitere, höhere Ausschüttungen Jahren einstellen.

Für dieses Jahr erwartet Lufthansa-Finanzchefin Simone Menne ein mehr als doppelt so hohes Betriebsergebnis zwischen 1,3 und 1,5 Mrd. EUR. Rechne man Sondereffekte heraus, prognostiziert sie sogar einen Betriebsgewinn zwischen 1,7 bis 1,9 Mrd. EUR. Das wären auf vergleichbarer Basis zwischen 700 und 900 Mio. EUR mehr. 2015 soll der Gewinn weiter auf 2,65 Mrd. EUR steigen.

Franz und Menne führen die Entwicklung vor allem auf die deutlichen Verbesserungen im Passagiergeschäft - es steht für 76 Prozent des Umsatzes - mit Lufthansa, Germanwings, Swiss und Austrian Airlines und auf das Sparprogramm Score zurück. Allein die Passagiersparte von Lufthansa und von Germanwings - sie wickelt inzwischen den gesamten innerdeutschen und innereuropäischen Verkehr ab, der nicht Frankfurt und München betrifft - konnte den Betriebsgewinn um 340 Mio. EUR auf 265 Mio. EUR steigern. Swiss steuerte 226 Mio. EUR bei. Erstmals seit der Zugehörigkeit zum Konzern schrieb auch Austrian Airlines schwarze Zahlen.

Der Ergebnisbeitrag durch das Sparprogramm Score lag bei 926 Mio. EUR. In diesem Jahr sollen es 1,2 Mrd. EUR sein, unter anderem durch ein verbessertes Ergebnis bei Germanwings, die 2015 erstmals Gewinn einfliegen soll. Auch eine neue Struktur und mögliche Erhöhungen der Treibstoffzuschläge sollen mehr Geld in die Kasse spülen. Das Kundenbindungs-Programm Miles-and-More gliedert die Lufthansa Mitte des Jahres in ein eigenständiges Unternehmen aus. Laut Franz prüft die Lufthansa weitere Optionen für zusätzliche Einnahmen. Ob dazu auch Gepäckgebühren gehören, ließ er offen.

Das Sparprogramm geht freilich zu Lasten der Arbeitsplätze. Ende 2013 beschäftigte die Lufthansa weltweit 118 200 Mitarbeiter, knapp 1300 weniger als ein Jahr zuvor. Insgesamt sollen 3500 Stellen wegfallen, vornehmlich in der Verwaltung.

Die Lufthansa Technik und die Catering-Tochter LSG verbuchten neue Rekordgewinne, auch die IT legte zu, während die Frachtsparte von Lufthansa Cargo einen Ergebnis-Rückgang verbuchte. Eine erkennbare Entlastung kam von den Treibstoffkosten, weil die Lufthansa weniger und sparsamere Flugzeuge einsetzte und weil der Dollar gegenüber dem Euro schwächelte.

Der Umsatz lag mit 30 Mrd. EUR auf Vorjahreshöhe. 104 600 Menschen flogen mit Lufthansa, das ist knapp 1 Prozent mehr. Die Auslastung der Jets betrug damit knapp 80 Prozent.
© Südwest Presse 14.03.2014 07:45
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