Kauft Arcelor US-Stahlwerk von Thyssen-Krupp?

Der hoch verschuldete Stahlkonzern ThyssenKrupp steht möglicherweise kurz vor dem Verkauf seines verlustbringenden Werkes in den USA. Das Unternehmen verschob wegen konkreter Verhandlungen kurzfristig die eigentlich für heute geplante Veröffentlichung der Jahresbilanz für das Geschäftsjahr 2012/2013. Das "Handelsblatt" berichtete, ein Konsortium um ArcelorMittal wolle das Stahlwerk im US-Bundesstaat Alabama übernehmen.

"Thyssen-Krupp befindet sich in exklusiven Verhandlungen über einen möglichen Verkauf des US-amerikanischen Stahlwerks in Calvert, Alabama", erklärte der deutsche Konzern. In den Gesprächen gehe es auch um einen langfristigen Liefervertrag von Stahl aus dem bislang ebenfalls verlustbringenden Stahlwerk in Brasilien. Auf diesem Weg könnte "eine wertsichernde Lösung für das brasilianische Stahlwerk erreicht" werden, erklärte Thyssen-Krupp.

Thyssen-Krupp versucht seit langem, die beiden Werke in Brasilien und den USA zu verkaufen, die als milliardenschwere Fehlinvestitionen gelten. Erst im August hatte der Konzern eine erneute Abschreibung in Höhe von 683 Mio. EUR auf das Amerika-Geschäft bekannt gegeben. Sollte es zum Vertragsabschluss zwischen Thyssen-Krupp und ArcelorMittal kommen, wäre dies eine große Entlastung für den Essener Stahlkonzern.
© Südwest Presse 21.11.2013 07:45
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