Betriebsräte von Daimler ziehen vor Gericht

Daimler-Betriebsräte haben sich gestern vor dem Stuttgarter Arbeitsgericht über die Bezahlung ihrer Kollegen beschwert. Mehrere Arbeitnehmervertreter kritisierten, der Autobauer zahle einigen Kollegen zu viel, es gebe Unterschiede von bis zu 60 Prozent. Das Unternehmen halte sich nicht an die gesetzlichen Vorgaben, sagte Klägeranwalt Ulrich Fischer. "Alle Betriebsratsmitglieder müssen gleich behandelt werden", sagte Fischer und äußerte die Befürchtung, dass Daimler durch die Höhe der Bezüge Einfluss auf die Arbeit des Betriebsrats nehmen könnte.

Daimler-Anwalt Ulrich Baeck wies die Vorwürfe scharf zurück. Bei der Vergütung halte man sich an gesetzliche Vorgaben. Das Unternehmen sehe "interne Querelen" des Betriebsrats als Grund für den Rechtsstreit sowie auch bevorstehende Neuwahlen. Die Antragsteller sind dem Gericht zufolge Arbeitnehmervertreter, die nicht der IG Metall angehören. Baeck sagte weiter, die Mitglieder des Betriebsrats im Stammwerk in Stuttgart-Untertürkheim repräsentierten mehr als 20 000 Beschäftigte. Das sei vergleichbar mit einer Führungsposition. Dies könne bei der Bezahlung mit einfließen.

Vor kurzem hatte eine kräftige Gehaltserhöhung für Siemens-Gesamtbetriebsratschef Lothar Adler für Wirbel gesorgt. Medienberichten zufolge soll er rund 100 000 EUR mehr bekommen haben.
© Südwest Presse 17.10.2013 07:45
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