Milch wirft für die Bauern wieder mehr ab

Der Preis, den die Bauern für ihre Milch bekommen, ist derzeit so hoch wie seit fünfeinhalb Jahren nicht mehr. Sogar die preisbewussten Discounter hatten bereits im Winter die Preise erhöht, auch im Export läuft es gut.

36,51 Cent erhielten deutsche Bauern im Juni durchschnittlich für ein Kilogramm Milch (1,02 Liter), wie der Bund Deutscher Milchviehhalter (BDM) nach einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" bestätigte.

Der Milchindustrie-Verband spricht von einer sehr positiven Entwicklung. "Die Nachfrage ist gut, wir haben gute Absatzmöglichkeiten", sagt Geschäftsführer Eckhardt Hauser. "Seit Juni haben wir bereits weitere Preissteigerungen gehabt."

Doch bei den Landwirten herrscht keine Sektlaune. "Es ist für viele Milcherzeuger noch zu wenig", sagt Hans-Jürgen Seufferlein, milchpolitischer Sprecher des Bayerischen Bauernverbandes. Denn die Kosten für Futter und Energie seien ebenfalls stark gestiegen.

Der BDM hatte einst 40 Cent pro Liter Milch als Ziel ausgegeben - doch auch das wäre aus Sicht von Sprecher Hans Foldenauer heute nicht mehr genug. Er verweist auf ein Gutachten, das die Milcherzeugungskosten für das vergangene Jahr auf 51 Cent pro Kilogramm Milch in Süddeutschland bezifferte. Das heißt: Ohne die Subventionen aus dem EU-Haushalt sei ein Milchbetrieb nicht zu führen.
© Südwest Presse 24.08.2013 07:45
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