VERBRAUCHERTIPP: Augen auf bei der Spedition

Ein Umzug ist Vertrauenssache. Es gibt unzählige Anbieter, die einem dabei helfen - doch nicht alle sind seriös. Wir sagen, was zu beachten ist.Der Preis "Wenn man viel Zeit und Geld für den eigenen Hausrat aufgewendet hat, sollte man sich fragen, ob es beim Transport von A nach B der billigste Preis sein muss", sagt Christian Henkel, Pressesprecher beim Bundesverband Möbelspedition und Logistik (AMÖ). Das solle man zunächst für sich klären. Dennoch ist der Preis ein wichtiger Faktor. So lohne es, das Angebot auf einzelne Personalstunden zurückzurechnen. Ebenso müsse man auf versteckte Kostentreiber achten: Wie steigt der Preis bei Mehrstunden? Ist das Entladen inklusive? Werden pauschale Zuschläge verlangt, beispielsweise für Montage oder Pflanzentransport? Hier können laut Henkel Kosten versteckt sein, die ein Angebot stark verteuern.

Der Anbieter Aus dem Angebot sollte die vollständige Adresse der Firma hervorgehen. Der Verband rät in einem Infoblatt dazu, das Unternehmen nach Möglichkeit zu besichtigen. Ferner sei es wichtig, sich darüber zu informieren, ob der Anbieter vor Ort bekannt ist und welche Erfahrungen mit ihm gemacht wurden. Zu überprüfen sei zudem, ob die Firma zertifiziert ist und eine Aufklärung über Haftung besteht, also ob und mit welchem Preis pro Kubikmeter das Umzugsunternehmen haftet.

Das Angebot Das Umzugsunternehmen sollte in seinem Angebot die Leistungen übersichtlich auflisten. Dazu gehört, dass Preise feststehen und die zu erbringenden Leistungen exakt beschrieben sind. Darüber hinaus sollte die Firma über den genauen Ablauf des geplanten Umzugs informieren.

Angebote aus dem Internet "Es ist grundsätzlich gut, dass es im Internet Angebote gibt", sagt Henkel. Allerdings sind über Immobilien-Portale die seriösen von den unseriösen Unternehmen nur schwer zu unterscheiden. Zudem ergebe sich für Kunden noch ein ganz anderes Problem: Die Angebote basieren auf deren Angaben. Auf Grundlage dieser kommen Verträge zustande. Sind die Angaben falsch und es entsteht ein Mehraufwand, kann dieser horrende Kosten nach sich ziehen. "Üblicherweise dürfen in der Branche zwischen Angebot und Preis fünf bis zehn Prozent Differenz liegen", erklärt AMÖ-Sprecher Henkel. Die Mehrkosten bei Angeboten aus dem Internet könnten diesen Wert hingegen deutlich übersteigen.

Vorsicht geboten Kunden sollten besonders dann skeptisch sein, wenn ihnen ein Angebot ohne ausgewiesene Mehrwertsteuer zugeht. Auch eine Mail von einem kostenlosen Dienst wie GMX, web.de oder Hotmail kann verdächtig sein. Eine Selbstbeteiligung bei Schäden ist Henkel zufolge ebenso verdächtig wie Pauschalangebote, die "nach Aufwand" abgerechnet werden sollen. Auch sogenannte Rabattgutscheine, zum Beispiel Seniorenrabatte, seien sorgfältig zu prüfen.
© Südwest Presse 17.08.2013 07:45
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