Nur eine Million Schaden

Weniger Falschgeld in Deutschland, aber mehr in der Euro-Zone
  • Oben echt, unten falsch: Wer die Euro-Scheine gegen das Licht hält, kann die Unterschiede erkennen. Foto: dpa
Der Schaden durch Falschgeld in Deutschland betrug im vergangenen Halbjahr rund eine Million Euro. Betroffene haben allerdings Pech gehabt: Gefälschte Scheine werden nicht erstattet.Nach Angaben von Bundesbank-Bargeld-Chef Helmut Rittgen ist das Risiko, im Einzelhandeleinen falschen 20er- oder 50er-Schein zu erhalten, gesunken. Rund 19 500 Blüten sammelte die Bundesbank im ersten Halbjahr ein, das waren 13 Prozent weniger als im Halbjahr zuvor. Der Schaden liegt bei rund 1,1 Mio. EUR.

Insgesamt steht es um die Euro-Banknoten allerdings nicht so gut, wie die Europäische Zentralbank (EZB) ebenfalls in ihrem halbjährlichen Falschgeld-Bericht einräumen musste. Weltweit wurden 317 000 falsche Euro-Scheine im Wert von rund 16 Mio. EUR aus dem Verkehr gezogen. Das waren gut 13 Prozent mehr als in der zweiten Jahreshälfte 2012 und sogar 26 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2012.

Die EZB müht sich aber, diese Entwicklung zu relativieren: Im vergangenen Jahr sei die Zahl der gefälschten Euro-Banknoten besonders niedrig gewesen, die aktuellen Zahlen lägen auf dem Niveau der letzten Jahre.

Tatsächlich ist die Zahl der Blüten im Verhältnis zu den durchschnittlich umlaufenden mehr als 15 Mrd. Euro-Banknoten gering. Trotzdem gebe es ein Betrugsrisiko und man solle bei Bargeldgeschäften aufmerksam sein, rät die Bundesbank. Nach wie vor werden vor allem 20er- und 50er-Scheine nachgemacht. 38 Prozent aller Blüten entfielen auf diese beiden Scheine, in Deutschland sogar 41 Prozent. 98,5 Prozent der Fälschungen wurden in der Eurozone sichergestellt, weitere 1,2 Prozent in anderen EU-Staaten sowie 0,3 Prozent in Ländern außerhalb Europas.

In Deutschland wurden zwischen Januar und Juni auch rund 28 500 gefälschte Münzen aus dem Verkehr gezogen, rund 1000 weniger als im Halbjahr zuvor. 80 Prozent davon waren nachgemachte Zwei-Euro-Stücke.

Die positive Entwicklung in Deutschland führt Bundesbanker Rittgen vor allem auf die gute Präventionsarbeit zurück, die hierzulande offenbar besser ist als in anderen Ländern. Die Bundesbank hat in den letzten Jahren die Anstrengungen zur Schulung von Kassiererinnen und Kassierern im Einzelhandel sowie von Bedienungen in Hotels, Gaststätten und Restaurants verstärkt. Die Programme zielen auch auf Berufseinsteiger.

Mit der Einführung der neuen Euro-Banknoten-Serie "Europa" sollen Scheine aufgrund neuer Sicherheitsmerkmale (siehe Kasten) noch schwerer zu fälschen sein. Allerdings sind bei der Bundesbank bereits einige Fälschungen der neuen 5er eingegangen. Dem Vernehmen nach sollen die Blüten aber schlecht sein. Im kommenden Jahr soll der neue 10er, ein Jahr später dann der neue 20er-Schein in Umlauf kommen.

Auch bei den Fälschern hat sich nicht viel geändert. Nach wie vor operieren viele offenbar aus Ost- oder Südosteuropa heraus. Im Juni flog in Wien eine Fälscherbande aus Serbien auf. Rund 3500 Euro-Blüten, vor allem 100er, im Wert von rund 370 000 EUR wurden dabei sichergestellt.
© Südwest Presse 20.07.2013 07:45
778 Leser
Ist dieser Artikel lesenswert?