Leichtbauagentur geht an den Start

Forschung im Südwesten wird koordiniert
Eine Landesagentur Leichtbau für Baden-Württemberg soll Projekte für leichte Werkstoffe fördern. Die Großen der Branche sind zufrieden.Seit gestern steht fest: Nach einjähriger Vorarbeit geht am kommenden Montag die Leichtbauagentur an den Start. Industrie, Gewerkschaften und Politik loben den gemeinsam mit rund 18 Mio. EUR finanzierten Verbund für Forschung und Weiterbildung.

Die Verwendung leichterer Materialien gilt als eine der bedeutendsten Zukunftstechnologien für die Bauwirtschaft oder den Maschinenbau, vor allem aber für die Autohersteller. Das Kabinett hatte deshalb bereits im vergangenen Sommer die Gründung einer Leichtbauagentur beschlossen, die einerseits die Forschung koordinieren und andererseits die Weiterbildung für die Anwender neuer Materialien planen soll.

Am Montag tagt nun erstmals der Aufsichtsrat, um einen hauptamtlichen Geschäftsführer zu bestellen, dessen Position ausgeschrieben worden war. Mit der Agentur will Grün-Rot einen branchenübergreifenden Ansprechpartner schaffen, der sich um Technologietransfer, Forschung, Aus- und Weiterbildung vor allem für mittelständische Unternehmen engagiert. Aber auch die Großen der Branche sind zufrieden: Daimler-Entwicklungschef Thomas Weber sagte gestern am Rande des gestrigen Autogipfels des Wirtschaftsministeriums, die Arbeit der Agentur sei wichtig für die vor-wettbewerbliche Forschung und die Gewinnung von Fachleuten. Tempo müssten die Unternehmen dann zu einem späteren Zeitpunkt entfachen, meinte er.

IG-Metall-Bezirkschef Jörg Hofmann erklärte, bis hin zum Arbeits- und Gesundheitsschutz bei der Verarbeitung neuer Materialien und Verbundwerkstoffe biete sich beim Leichtbau Forschungsbedarf, der von der Landesagentur koordiniert werden könne: "Die Agentur ist wie ein Katalysator."

Die Gesellschaft ist für die Dauer von fünf Jahren finanziert: Das Land gibt 4 Mio. EUR für die Organisation und weitere 4,3 Mio. EUR für Forschungsprojekte und die Weiterbildung aus. Von der Industrie liegen Finanzierungszusagen über rund 10 Mio. EUR vor.
© Südwest Presse 14.06.2013 07:45
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