Industrie verteidigt Werkverträge

Der Streit über den Einsatz von Werkverträgen in der Metall-Industrie verschärft sich. Die Arbeitgeber der Metall- und Elektroindustrie im Südwesten haben den Einsatz als "unverzichtbar" verteidigt. Die IG Metall kritisierte den Umgang der Arbeitgeber mit den Verträgen und schlug strengere Kontrollen vor.

Ein Trend zu Missbrauch und Lohndumping sei nicht belegbar, sagte Südwestmetall-Chef Stefan Wolf bei der Mitgliederversammlung des Verbands in Heidelberg. "Da werden Einzelfälle herausgegriffen, einzelne Unternehmen absolut zu Unrecht medial an den Pranger gestellt", sagte Wolf, selbst Chef des Autozulieferers Elring Klinger.

IG Metall-Bezirksleiter Jörg Hofmann hielt dagegen, die Arbeitgeber versuchten das Problem kleinzureden. Er forderte den Gesetzgeber auf, Leitplanken einzuziehen, die den Missbrauch von Werkverträgen verhindern. Die Kontrolle illegaler Arbeitsbedingungen durch Scheinwerkverträge durch den Bundeszoll sollten verstärkt werden.

Die Debatte um Werkverträge, bei denen die Arbeiter im Gegensatz zu Leiharbeits-Einsatz nicht nach Tarif bezahlt werden müssen, hatte nach einem Beitrag des SWR über Daimler Fahrt aufgenommen. Der Autobauer hatte die Darstellung zurückgewiesen. Die grün-rote Koalition sprach sich im Landtag für mehr soziale Gerechtigkeit bei Werkverträgen aus.
© Südwest Presse 13.06.2013 07:45
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