Flut 2013 wird für Versicherer teurer als 2002

Das Hochwasser an deutschen Flüssen könnte die Versicherungsbranche nach Einschätzung der Ratingagentur Fitch bis zu 3 Mrd. EUR kosten. Der volkswirtschaftliche Schaden dürfte sich auf 12 Mrd. EUR belaufen, teilte Fitch mit. Davon müsse die Versicherungsbranche voraussichtlich 2,5 Mrd. bis 3 Mrd. EUR tragen. Damit käme das Hochwasser die Versicherer teurer zu stehen als die Flut 2002. Diese hatte die Branche rund 1,8 Mrd. EUR gekostet.

Den Großteil der Belastungen erwartet Fitch bei den Versicherungen von Gebäuden, Hausrat und Autos. Geschädigte Unternehmen, die wegen der Wassermassen ihr Geschäft vorübergehend einstellen müssen, dürften zudem ihre Versicherungen gegen Betriebsausfälle in Anspruch nehmen.

Fitch sieht vor allem öffentliche Versicherer wie die Versicherungskammer Bayern und die Sparkassen Versicherungen stark in der Haftung. Auch Branchenprimus Allianz, der im Osten Deutschlands stark engagiert ist, müsse voraussichtlich besonders tief in die Tasche greifen.

Dass die versicherten Schäden weit unterhalb des volkswirtschaftlichen Schadens liegen, schreiben die Fitch-Experten der Geschäftspolitik der Versicherer zu. In hochwassergefährdeten Gebieten sei Versicherungsschutz gegen Elementarschäden nur schwer oder nur zu sehr hohen Preisen zu erhalten.
© Südwest Presse 12.06.2013 07:45
630 Leser
Ist dieser Artikel lesenswert?